Schweizer Energieverbrauch 2011 um 6,5% gesunken

Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2011 gegenüber dem Vorjahr um 6,5% auf 852'330 TJ gesunken. Grund dafür war die ausgesprochen warme Witterung, schreibt das Bundesamt für Energie (BFE).

3. Juli 2012

Nach dem Rekordwert von 911'440 TJ im Jahr 2010 ist der Endenergieverbrauch der Schweiz 2011 um 6,5% auf 852'330 TJ gesunken. Ein ähnlich tiefer Endenergieverbrauch wurde letztmals im Jahre 2002 erreicht (851'180 TJ).

Dieser Rückgang des Energieverbrauches ist in erster Linie auf die ausgesprochen warme Witterung im Jahr 2011 zurückzuführen, so das BFE. Laut Meteo Schweiz war 2011 das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen im Jahr 1864. Die Anzahl Heizgradtage – ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch zu Heizzwecken – nahm gegenüber dem Vorjahr um 18,1% ab. Der starke Witterungseffekt dominierte die anderen Faktoren, die den Energieverbrauch 2011 durch positive Zuwachsraten antrieben: ständige Wohnbevölkerung +1,0%, Bruttoinlandprodukt +1,9%, Wohnungsbestand (detaillierte Zahlen noch nicht verfügbar) und Motorfahrzeugbestand +2,2%.

Weniger Heizöl, Erdgas, Benzin und Strom verbraucht

Der Brennstoffverbrauch ging stark zurück. Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht sank um 20,4%, derjenige von Erdgas um 10,2%. Der Treibstoffverbrauch hingegen nahm insgesamt zu (+1,1%), wobei der Absatz von Dieselöl (+2,6%) und vor allem von Flugtreibstoffen (+9,6%) deutlich anstieg, während der Benzinverbrauch wie in den letzten zehn Jahren rückläufig war (-3,9%). Der Trend zur Substitution von Benzin durch Dieseltreibstoff setzte sich damit ungebrochen fort. Deutlich sank auch der Verbrauch von schweren Heizölsorten (-34,1%) und von Petrolkoks (-14,6%). Der Elektrizitätsverbrauch nahm um 2,0% ab.

Verbrauchrückgang auch bei den erneuerbaren Energien

Die warme Witterung wirkte sich im Jahre 2011 auch auf die Nutzung der erneuerbaren Energien für Heizzwecke aus. So sank der Verbrauch von Energieholz um 11,4%. Auch die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen ging um 4,0% zurück, obschon die Zahl der Wärmepumpen gleichzeitig um 9% anstieg. Der Absatz von Fernwärme sank um 8,0%. Trotz der warmen Witterung hat die Nutzung von Solarwärme (+11,4%) und Biogas (+3,7%) zugenommen. Der Verbrauch von Biotreibstoffen wuchs ebenfalls an (+7,1%). Die Nutzung der übrigen erneuerbaren Energien sank insgesamt um 0,9%. Seit Erfassung der übrigen erneuerbaren Energien 1990 war dies nach 1997 (-1,1%) der zweite Rückgang. Die energetische Verwendung von Industrieabfällen blieb praktisch auf dem Vorjahresniveau (+0,5%). Der Kohleverbrauch lag um 6,7% unter dem Vorjahresniveau.

Quelle

M.A. nach BFE, Medienmitteilung, 28. Juni 2012

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