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BAG: durchschnittliche Radondosis der Schweizer Bevölkerung doppelt so hoch bewertet

07.09.2010

Die durchschnittliche jährliche Strahlendosis für die Schweizer Bevölkerung betrug im vergangenen Jahr rund 5,5 mSv. Die neu doppelt so hoch bewertete Dosis durch Radon in Wohn- und Arbeitsräumen macht jetzt beinahe zwei Drittel der Gesamtdosis aus, die Emissionen aus Kernkraftwerken weniger als 1%.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gibt in seinem Mitte Juni 2010 publizierten Bericht «Umweltradioaktivität und Strahlendosen in der Schweiz 2009» bekannt, dass die durchschnittliche Radondosis für die Schweizer Bevölkerung von 1,6 mSv auf etwa 3,2 mSv pro Jahr angehoben wurde. Begründet wird dieser Entscheid mit den Lehren aus neuen umfassenden Studien an Bergarbeitern sowie zu Radon im häuslichen Bereich. Die Studienergebnisse veranlassten die Fachgremien – die Internationale Strahlenschutzkommission (ICRP), den wissenschaftlichen Ausschuss der Vereinten Nationen über die Wirkung ionisierender Strahlung (UNSCEAR) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) – die errechnete Dosis durch Radon in der Atemluft um einen Faktor zwei zu erhöhen: Demnach bewirkt ein Radongehalt in der Luft von 300 Bq/m3 eine Strahlendosis von 10 mSv/Jahr. Entsprechend liegt das Lungenkrebsrisiko aufgrund der Radonexposition beträchtlich höher, als früher abgeschätzt wurde.

Übrige Werte der jährlichen Strahlendosis unverändert

Die neu auf 5,5 mSv gesetzte durchschnittliche Strahlendosis (2008: 4,0 mSv) setzt sich weiter zusammen aus der terrestrischen Strahlung (0,35 mSv), der kosmischen Strahlung (0,4 mSv) sowie der Strahlung natürlicher Radionuklide im Körper (0,35 mSv). Dazu kommen die Belastung durch die Anwendung von ionisierenden Strahlen in der medizinischen Diagnostik (1,2 mSv) sowie aus übrigen technischen Strahlenquellen, namentlich der Strahlenexposition durch Kernkraftwerke, Industrie, Forschung und medizinischer Behandlung, Konsumgütern sowie künstlichen Radioisotopen in der Umwelt (< 0,1 mSv). Die Emissionen aus Kernkraftwerken machen, so das BAG im Jahresbericht, weniger als 1% der Gesamtdosis aus.

Quelle: D.S. nach BAG, Bericht «Umweltradioaktivität und Strahlendosen in der Schweiz 2009», 17. Juni 2010

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