Axpo und BKW planen gemeinsam den Ersatz von Mühleberg und Beznau

Die Axpo und die BKW FMB Energie AG (BKW) haben eine gemeinsame Planungsgesellschaft gegründet, die Rahmenbewilligungsgesuche für zwei Kernkraftwerke in der Schweiz erarbeiten soll. Sie sollen die Kernkraftwerke Beznau-1, Beznau-2 und Mühleberg sowie die auslaufenden Stromimportverträge ersetzen. Die Inbetriebnahme der Ersatzkraftwerke soll nach 2020 erfolgen.

12. Dez. 2007

Die gemeinsam gegründete Remplacement suisse nucléaire AG (Resun AG) hat ihren Sitz in Aarau. An der Gesellschaft beteiligt sind die beiden Axpo-Konzerngesellschaften Nordostschweizerische Kraftwerke AG (NOK, 57,75 Prozent) und Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW, 11 Prozent) sowie die BKW (31,25 Prozent). Der Aare-Tessin AG für Elektrizität (Atel) als dritter grosser Besitzerin der heutigen Kernkraftwerke haben die Axpo und die BKW ein Angebot zur Beteiligung unterbreitet.

Im Sinne des Bundesrats

Anlässlich einer Medienkonferenz am 13. Dezember 2007 in Zürich verwiesen Heinz Karrer, CEO der Axpo Holding AG, und BKW-Direktionspräsident Kurt Rohrbach auf die Notwendigkeit, ab 2020 die dienstältesten Kernkraftwerke Mühleberg (355 MW, BWR) und Beznau (2 x 365 MW, PWR) zu ersetzen. Zudem laufen die Importverträge aus Frankreich im Umfang von insgesamt 2000 MW schrittweise aus. Mit der Gründung der gemeinsamen Planungsgesellschaft handeln Axpo und BKW im Sinne der Energiepolitik des Bundesrates, der neben der Förderung der Energieeffizienz und der neuen erneuerbaren Energien auch den Bau von Kernkraftwerke befürwortet .

Mühleberg und Beznau als Standorte

Ziel des Zusammenschlusses ist es, bis Ende 2008 Rahmenbewilligungsgesuche für zwei Kernkraftwerke einzureichen. Als Standorte sind Beznau und Mühleberg vorgesehen. Diese bereits bestehenden Standorte seien ideal, da hier ausreichend Platz und eine günstige Infrastruktur vorhanden seien, erklärten Karrer und Rohrbach.

Identische Bautypen, keine Prototypen

Karrer und Rohrbach rechnen mit Investitionskosten von CHF 5-6 Mrd. pro Anlage. Vorgesehen ist der Bau von zwei Kraftwerkseinheiten mit einer elektrischen Leistung von je bis zu 1600 MW. Die Typenwahl ist noch offen. Klar sei, so Rohrbach, dass die beiden Kernkraftwerke identische Bautypen sein werden, die bis dahin anderswo bereits gebaut worden sind. Nach den heutigen Voraussetzungen werde die Kilowattstunde Strom aus den neuen Kernkraftwerken rund 6 Rappen kosten, sagte Karrer.

Atel hält alle Optionen offen

Gleichentags hat die Atel bekannt gegeben, dass sie ebenfalls den Neubau eines Kernkraftwerks anstrebt. Zurzeit arbeite man an einer Vorstudie für ein Projekt im Solothurner Niederamt. Diese Region mit dem bestehenden Kernkraftwerk Gösgen biete sehr gute Voraussetzungen.

Die Atel ist überzeugt, dass in der Schweiz zwei bis drei neue Kernkraftwerke benötigt werden, um zusammen mit Energieeffizienzmassnahmen und der Förderung erneuerbarer Energien auch künftig eine sichere Stromversorgung ohne Auslandabhängigkeit gewährleisten zu können. Gespräche mit der Axpo und der BKW über eine mögliche Zusammenarbeit würden derzeit geführt.

Quelle

M.R./M.S. nach Axpo und BKW, Medienkonferenz, sowie Atel, Medienmitteilung, 13. Dezember 2007

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