09.12.2019

Bulgarien: weiterhin russischer Brennstoff für Kosloduj

Die russische Tvel JSC und die Kozloduy NPP plc. – die Betreiberin des gleichnamigen Kernkraftwerks in Bulgarien – haben Vertragsdokumente zur Versorgung der beiden russischen Kosloduj-Einheiten mit russischem Brennstoff unterzeichnet.

Die russische Brennstofflieferantin Tvel wird die beiden Kosloduj-Blöcke gemäss Abmachung bis und mit 2025 weiterhin mit Brennstoff versorgen. Zum Service zählt nicht nur die Brennelementfabrikation, sondern auch die vorangehenden Herstellprozesse, wie der Kauf angereicherten Urans, erklärte die Tvel.

Am Standort Kosloduj im Norden Bulgariens stehen zwei russische Druckwasserreaktoreinheiten vom Typ WWER-1000 in Betrieb. Die beiden Blöcke werden mit Brennelementen der Novosibirsk Chemical Concentrates Plant – einer Fabrik der Tvel – betrieben. Block 6 wird seit Ende 2016 mit der neuen Brennelementgeneration TVSA-12 versorgt. 2017 lancierten die Ingenieure einen Pilotbetrieb bei 104% thermischer Nominalleistung. Im April 2018 wurde die elektrische Leistung von Kosloduj-6 dann offiziell von 963 MW auf 1003 MW erhöht.

Bulgarien wird von der EU gedrängt, seine Brennstoffabhängigkeit vom ausserhalb der EU liegenden Russland zu verringern. Vor Kurzem willigte Bulgarien nach mehrmonatigen Diskussionen gegenüber der Euratom Supply Agency (ESA) ein, seine Anstrengungen zur Brennstoffdiversifizierung zu beschleunigen. Nach Angaben der ESA soll demnach 2020 ein Programm zur Lizenzierung anderer Brennstofflieferanten gestartet werden.

Die beiden WWER-1000 von Kosloduj sind Bulgariens einzige Kernkraftwerkseinheiten. Sie machen im Schnitt einen Drittel der hiesigen Stromproduktion aus. Kosloduj-5 ist seit 1987 in Betrieb. Ihre Betriebsbewilligung wurde im November 2017 um zehn Jahre verlängert. Kosloduj-6 ist seit 1991 am Netz. Diese Einheit darf seit Oktober 2019 ebenfalls zehn Jahre länger Strom produzieren.

Quelle: 
M.B. nach ESA, Medienmitteilung, 2. Dezember, sowie Tvel, Medienmitteilung, 4. Dezember 2019