21.08.2014

HTGR-Forschung: Abkommen zwischen Japan und Indonesien

Die indonesische National Atomic Energy Agency (Batan) ist am Bau gasgekühlter Hochtemperatur-Reaktoren (HTGR) interessiert. Die Behörde hat dazu kürzlich mit der Japan Atomic Energy Agency (JAEA) ein bestehendes Abkommen aus dem Jahr 2007 erweitert.

Die Batan beabsichtigt, die Kernenergie im indonesischen Strommix einzuführen. Sie verfolgt zum einen Pläne zum Bau konventioneller Leichtwasserreaktoren. Mögliche Standorte bieten die Inseln Bali, Madura, Java und Sumatra. Die ersten Reaktoren könnten in etwas mehr als zehn Jahren in Betrieb gehen, so der Plan. Die Batan ist zum anderen auch an kleinen HTGR mit einer elektrischen Leistung von bis zu 100 MW interessiert, da sich Werke dieser Grösse besser für die Versorgung kleinerer Inseln mit Strom und Wärme eignen. Bevor kommerziell genutzte Kernkraftwerke in Indonesien gebaut werden, erwägt  die Batan den Bau einer HTGR-Demonstrationsanlage, deren elektrische Leistung 3–10 MW betragen soll. Die Bauzeit wird auf vier Jahre geschätzt. Die Inbetriebnahme könnte ab 2020 erfolgen.

Die JAEA lässt nun die Batan mit dem kürzlich erweiterten Abkommen an ihren Erkenntnissen aus dem Betrieb ihres Hochtemperatur-Testreaktor HTTR (High Temperatur Engineering Test Reactor) teilhaben. Gemäss der JAEA besteht zudem die Möglichkeit, dass die beiden Länder bei der Entwicklung der Wasserstoffproduktion mit HTGR zusammenarbeiten. Die Japaner planen nach eigenen Angaben, ihren HTTR mit einer Wasserstoffproduktionsanlage zu ergänzen. Der graphitmoderierte, heliumgekühlte Testreaktor der JAEA wurde im November 1998 erstmals kritisch. Anfang 2010 gelang es der JAEA, den HTTR während 50 Tagen bei einer Kühlmittelaustrittstemperatur von 950 °C zu betreiben.

Quelle: 
M.B. nach JAEA, Medienmitteilung, 4. August 2014