20.06.2019

IRRS-Folgemission in Armenien durchgeführt

Armenien hat seinen regulatorischen Rahmen für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit gestärkt. Die nukleare Aufsichtsbehörde des Landes hat aber weiterhin Herausforderungen zu bewältigen. Diesen Schluss zieht ein Expertenteam der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) nach einer IRRS-Folgemission.

Am 17. Juni 2019 schloss ein internationales Expertenteam der IAEO in Armenien die Folgemission eines Integrated Regulatory Review Service (IRRS) ab. Während der siebentägigen Mission wurden die Fortschritte seit der letzten IRRS-Mission von 2015 untersucht. Das Team kam zum Schluss, dass Armenien beim Management von radioaktiven Abfällen wichtige Fortschritte erzielt hat. Auch die Intensivierung von Kontrollen im Bereich Notfallschutz und -bekämpfung wurden positiv bewertet. Armenien habe die Umsetzung der Empfehlungen und Vorschläge von 2015 noch nicht abgeschlossen, erklärte die IAEO. Die Verzögerungen seien darauf zurückzuführen, dass Armenien sein Regelwerk umfassend überprüfe, das Kernenergiegesetz inbegriffen, so die Experten.

Die IAEO-Experten stellten zudem fest, dass die Armenia Nuclear Regulatory Authority (ANRA) bei der Aufsicht der nuklearen Sicherheit noch viele Herausforderungen zu meistern hat. IRRS-Teamleiter Hans Wanner, Direktor des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi), teilte mit: «Die ANRA befindet sich beim Personalmanagement in einer kritischen Situation. Die Aufsichtsbehörde und das sie unterstützende Nuclear and Radiation Safety Center (NRSC) sind im Vergleich zur Industrie finanziell nicht kompetitiv.» Der Vorsitzende der ANRA, Ashot Marirosyan, gab bekannt, dass das Problem erkannt wurde und Gegenmassnahmen bereits ergriffen worden seien.

Das Team empfiehlt, das nationale Regelwerk weiter zu verbessern. Dies betreffe auch eine Aktualisierung des Managementsystems innerhalb der ANRA, entsprechend den Vorgaben des IAEO-Sicherheitsstandards.

Der endgültige Bericht dieser IRRS-Folgemission wird in etwa drei Monaten der armenischen Regierung übermittelt. Diese plant, den Bericht zu veröffentlichen. Das 12-köpfige IRRS-Team bestand aus Aufsichtsfachleuten aus Ägypten, Argentinien, Bulgarien, Deutschland, Rumänien, der Schweiz, der Tschechei, der Ukraine, der USA sowie der IAEO.

Armenien betreibt 30 km westlich der Hauptstadt Jerewan die einzige Einheit des Landes – Armenia-2. Die Einheit vom russischen Typ WWER-440 nahm 1980 den Betrieb auf und stellt im Schnitt rund einen Drittel der inländischen Stromproduktion her. Ihre Betriebslizenz wurde bis 2021 verlängert und Abklärungen für eine weitere Verlängerung bis 2026 sind am Laufen. Die baugleiche Einheit Armenia-1 wurde 1989 stillgelegt. Armenien verfügt darüber hinaus über ein Trockenlager für ausgedienten Brennstoff. Das Land setzt wie viele Länder auch radioaktive Quellen für Medizin, Industrie und Forschung ein.

Quelle: 
M.B. nach IAEO, Medienmitteilung, 17. Juni 2019

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