30.05.2014

Sechste und letzte Planungsstudien für Platzierung der Oberflächenanlage eines geologischen Tiefenlagers

Nach den bisher veröffentlichten Planungsstudien für die Standortregionen Wellenberg, Jura Ost, Jura-Südfuss, Südranden und Zürich Nordost liegen nun auch für die sechste der sechs Regionen die Planungsstudien vor: Im Standortgebiet Nördlich Lägern hat die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) die Areale «NL-2» und «NL-6» für den Verbleib im weiteren Verfahren bezeichnet. 

In den Planungsstudien begründet die Nagra ihre Wahl und beschreibt eine mögliche Platzierung der Oberflächenanlage eines geologischen Tiefenlagers auf den vorgeschlagenen Arealen. Die Planungsstudien bilden unter anderem die Grundlage für die Untersuchungen zu den standortspezifischen Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt. Im Vorfeld der Präsentation vom 26. Mai 2014 orientierte das Bundesamt für Energie (BFE) die betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, die Gemeinde-, Regions- und Kantonsvertretungen persönlich.

Gestützt auf die Zusammenarbeit im Rahmen der regionalen Partizipation bezeichnete die Nagra die Standortareale «NL-2» und «NL-6»als mögliche Areale für die Platzierung der Oberflächenanlagen für geologische Tiefenlager. Sollte Nördlich Lägern in der Etappe 3 des Sachplans weiter verfolgt werden, soll die Wahl zwischen den Standortarealen NL-2 und NL-6 laut Nagra in Zusammenarbeit mit der Region und dem Kanton Zürich getroffen werden.
 
Das Standortgebiet Nördlich Lägern könnte sich sowohl für ein Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA), für hochaktive Abfälle (HAA) oder für ein Kombilager eignen.
 

Charakterisierung des Standortareals «NL-2»

Das Standortareal «NL-2» liegt am Hochrhein zwischen Weiach und Zweidlen-Station im Kanton Zürich. Die Glattfelderstrasse verläuft in Sichtweite. Mit der Platzierung des Areals in den bestehenden Aushubbereich der Kiesgrube können die Bauten der Oberflächenanlage teilweise abgesenkt werden. Dennoch sind sie von höher gelegenen Siedlungsgebieten Hohentengens in Deutschland einsehbar und teilweise auch von der Gemeinde Weiach aus sichtbar. Zudem ist das Areal von einigen Waldwanderwegen vom Leuenchopf aus stellenweise einsehbar.

Standortareal «NL-2»: Mögliche Einbindung der Oberflächenanlage in die Umgebung (fotorealistische Darstellung) am Beispiel der Oberflächenanlage für das Tiefenlager für hochaktive Abfälle, von der Glattfelderstrasse aus gesehen.
Quelle: Nagra

Charakterisierung des Standortareals «NL-6»

Das Standortareal NL-6 befindet sich in der Zürcher Gemeinde Stadel. Das Areal ist – eingebettet im Haberstal und umgeben von Wald – von Siedlungsgebieten wenig einsehbar. Von der angrenzenden Zweidlerstrasse kann das Standortareal eingesehen werden. Einzelne Gehöfte liegen in der Nähe oder in nächster Umgebung. Das Areal liegt im Bereich land- und forstwirtschaftlich genutzter Flächen.

Standortareal «NL-6»: Mögliche Einbindung der Oberflächenanlage in die Umgebung (fotorealistische Darstellung) am Beispiel der Oberflächenanlage für das Tiefenlager für hochaktive Abfälle, von der Zweidlerstrasse aus gesehen.
Quelle: Nagra

Abschluss eines über zwei Jahre langen Prozesses

Sechs Regionen – Jura Ost, Jura-Südfuss, Nördlich Lägern, Südranden, Wellenberg und Zürich Nordost – stehen als mögliche Standorte für künftige geologische Tiefenlager auf dem Prüfstand. Neben geologischen und technischen Untersuchungen muss die Nagra in diesen Regionen auch mögliche Standortareale für die Oberflächeninfrastruktur der Lager evaluieren und schliesslich – in einer Planungsstudie – bezeichnen. Fast zwei Jahre diskutierten die Regionalkonferenzen der betroffenen Regionen die von der Nagra im Januar 2012 vorgeschlagenen 20 Standortareale. Alle Regionalkonferenzen haben ihre Stellungnahmen zu den Oberflächenstandorten bis Januar 2014 an den Vollversammlungen verabschiedet. Diese Versammlungen fanden zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt. Da die Nagra die Stellungnahme der jeweiligen Standortregion abwarten musste, um ihre Bezeichnung der Areale darauf abzustützen, lagen auch die Planungsstudien zu unterschiedlichen Zeitpunkten vor. Aus der zeitlichen Reihenfolge der Planungsstudien ergibt sich weder ein Vorentscheid für oder gegen ein Standortareal noch wird dadurch eine Region im weiteren Verfahren bevorzugt oder benachteiligt.
 
Mit den heutigen Präsentationen liegen nun die Planungsstudien für alle Standortregionen vor.

Karte der von der Nagra vorgeschlagenen möglichen Areale für die Platzierung der Oberflächenanlage eines geologischen Tiefenlagers.
Quelle: BFE
Quelle: 
M.A. nach BFE, Medienmitteilung, 26. Mai, und Nagra, Faktenblätter Standortregion Nördlich Lägern, Mai 2014

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