08.10.2018

Verbesserungen bei Ungarns Nuklearaufsicht

Ungarn hat sein Regelwerk für Nuklear- und Strahlungssicherheit seit 2015 «bedeutend verbessert». Dies hat eine Folgemission der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) ergeben.

Das Integrated Regulatory Review Service (IRRS) Team der IAEO hat am 1. Oktober 2018 eine achttägige Folgemission in Ungarn abgeschlossen, bei der es die Umsetzung von Empfehlungen aus einer Inspektion im Jahr 2015 überprüft hat. Die beiden IRRS-Missionen von 2015 und 2018 deckten alle Anlagen und Aktivitäten ab, die der ungarischen Nuklearaufsicht unterstehen. Das elfköpfige Team bestand aus Experten aus Finnland, Frankreich, Griechenland, Pakistan, Slowenien und aus der USA sowie vier Vertretern der IAEO. Geleitet wurde es von Michael Johnson, Deputy Executive Director for Reactor and Preparedness Programmes der US Nuclear Regulatory Commission.

Die Missionen sind auf Wunsch der ungarischen Regierung durchgeführt worden. Die Folgemission im Jahr 2018 war die 100. IRRS-Mission der IAEO. Das Team kam zum Schluss, dass Ungarn die Erkenntnisse der ersten Mission bezüglich der komplexen Struktur seiner Nuklearaufsicht erfolgreich umgesetzt hat. Demnach sind seit 2015 die effektive Unabhängigkeit der Regulierungsbehörde sichergestellt, die Strukturen vereinfacht und die Verantwortlichkeiten unter den einzelnen Behörden klarer aufgeteilt, die behördliche Stabilität erhalten und ein wirksamer Wissenstransfer zwischen den einzelnen Organen sichergestellt worden. Das IRRS-Team wird gemäss IAEO der ungarischen Regierung in rund drei Monaten einen abschliessenden Bericht unterbreiten. Die IAEO hält fest, dass die ungarischen Behörden diesen Bericht veröffentlichen wollen.

Etwa die Hälfte von Ungarns Elektrizität stammt aus den vier Reaktoren des Kernkraftwerks Paks. Das Land plant am gleichen Standort den Bau von zwei weiteren Einheiten. Darüber hinaus sind in Ungarn zwei Forschungsreaktoren zu Ausbildungszwecken und zur Herstellung von Radioisotopen in Betrieb.

Quelle: 
M.R. nach WNN, 5. Oktober 2018