15.05.13

KKW-Laufzeiten: Logik und Vernunft statt politischer Willkür

Das Nuklearforum Schweiz lehnt politisch motivierte Laufzeitbeschränkungen für die Schweizer Kernkraftwerke entschieden ab. Präsidentin Corina Eichenberger warnte heute an der Jahresversammlung in Bern vor politischer Willkür und leichtfertiger Gefährdung unserer Stromversorgung. Sie forderte stattdessen Logik, Vernunft und mehr Pragmatismus. Zwei Gastreferenten erörterten die Folgen der Energiestrategie 2050 für Wirtschaft und Industrie.

«Wir stehen zu den energiepolitischen Zielsetzungen, wie sie in unserer Bundesverfassung verankert sind», erklärte Nationalrätin Corina Eichenberger, Präsidentin des Nuklearforums Schweiz, zur Eröffnung der Jahresversammlung. Die Kernenergie hat in den vergangenen Jahrzehnten einen erheblichen Beitrag an diese Zielsetzungen geleistet. Angesichts der inneren Widersprüche und willkürlichen Bestimmungen der Energiestrategie 2050 hat das Nuklearforum im Rahmen der Vernehmlassung trotzdem eine grundlegende Überarbeitung des ersten Massnahmenpakets gefordert. Vor diesem Hintergrund fand Eichenberger klare Worte bezüglich einer vorzeitigen Stilllegung der Schweizer Kernkraftwerke: «Es braucht wenig Logik und Vernunft um einzusehen, dass die Energiestrategie 2050 zuerst ihre Tauglichkeit zeigen muss, bevor wir unsere Kernkraftwerke vom Netz nehmen.»

Fragwürdige politische Massnahmen

Peter Egger, Professor für angewandte Wirtschaftsforschung bei der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich, gab zu bedenken, dass Preiserhöhungen bei einer Energieform deren Verbrauch lediglich zugunsten anderer Formen reduzieren. Die in der Schweiz und dem übrigen Europa angedachten Energiereformen sehen jedoch Politikmassnahmen vor, die gleichzeitig die Preise mehrerer Energieträger erhöhen. Damit würden zwar grosse Effekte im Verbrauch erzielt, aber einzelne Ziele wie etwa die CO2-Reduktion könnten laut Egger günstiger erreicht werden.

Mehr Marktwirtschaft statt nationaler Planwirtschaft in der Energiepolitik

Christoph Mäder, Präsident von scienceindustries, dem Wirtschaftsverband Chemie Pharma Biotech,  betonte die Bedeutung einer lückenlosen Stromversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen für den Industriestandort Schweiz. Diese zentralen Punkte sieht er mit der Energiestrategie 2050 gefährdet. Die Industrie habe ihre Hausaufgaben bei der Energieeffizienz aus ökonomischem Eigeninteresse  in den letzten 20 Jahren gemacht. Mäder forderte angesichts der Tragweite die Legitimierung der Energiepolitik per Volksabstimmung sowie mehr Marktwirtschaft statt nationaler Planwirtschaft. Für letzteres sei die deutsche Energiewende ein abschreckendes Beispiel. Die bisherige Energiepolitik der Schweiz bezeichnete er demgegenüber als weitsichtig und vernünftig. 

Kontakt: 

Matthias Rey

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Nuklearforum Schweiz

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