12.07.2017

KNS bestätigt Ensi-Gutachten für Etappe 3 der Standortsuche für geologische Tiefenlager

Die Eidgenössische Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) schliesst sich der Empfehlung des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) an, die drei Standortgebiete Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost in Etappe 3 der Standortsuche für geologische Tiefenlager weiter zu untersuchen. Dies geht aus der am 3. Juli 2017 veröffentlichten Stellungnahme der KNS zum sicherheitstechnischen Gutachten des Ensi hervor.

Im Januar 2015 reichte die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) ihren Vorschlag für die in Etappe 3 des Sachplanverfahrens geologische Tiefenlager (SGT) weiter zu untersuchende Standortgebiete ein. Sie schlug vor, zwei der sechs möglichen Standortgebiete für geologische Tiefenlager – Jura Ost und Zürich Nordost – vertieft zu untersuchen. Das Ensi stimmte diesem Vorschlag zwar zu, kam jedoch in seinem Gutachten zum Schluss, dass das Standortgebiets Nördlich Lägern nicht zurückgestellt werden dürfe. Die KNS hat nun zu diesem Gutachten Stellung genommen.

In ihrer Stellungnahme attestiert die KNS dem Ensi, dass es den Vorschlag der Nagra für die Standorteinengung detailliert geprüft und das Ergebnis seiner Prüfung umfassend dokumentiert hat. Dabei habe sich das Ensi auch auf eigene Modelle, Berechnungen und Bewertungsmassstäbe abgestützt und zu verschiedenen Fragestellungen externe Experten beigezogen. Die KNS kommt zum Schluss, dass die Argumentation des Ensi-Gutachtens nachvollziehbar sei und dass die Kommission sich den Schlussfolgerungen des Ensi anschliessen könne.

Die KNS begrüsst die Fokussierung auf das Wirtgestein Opalinuston und unterstützt die Zurückstellung der Standortgebiete Jura-Südfuss, Südranden und Wellenberg.

Hinsichtlich der Standortgebiete Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost teilt die KNS die Einschätzung des Ensi, dass die vorhandene Datenbasis nicht ausreicht, um belastbare Aussagen zu eindeutigen Nachteilen abzuleiten. Somit könne keines dieser Standortgebiete zum jetzigen Zeitpunkt zurückgestellt werden. Die Ergebnisse der erdwissenschaftlichen Untersuchungen in Etappe 3 der Standortsuche können nach Einschätzung der KNS dazu beitragen, die von der Nagra getroffenen Annahmen zu prüfen und belastbare Aussagen zu allenfalls bestehenden eindeutigen Nachteilen zu erhalten. Die KNS empfiehlt daher, die Standortgebiete Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost weiter zu untersuchen.

Quelle: 
M.A. nach BFE, Medienmitteilung, 3. Juli 2017