31.01.14

Kein Denkstopp für Kernenergie in der Lehre und Forschung!

Der Erhalt des nukleartechnischen Wissens in der Schweiz ist für den sicheren Betrieb der bestehenden Kernkraftwerke unverzichtbar. Das vorgeschlagene formelle Verbot von Kernkraftwerken macht das Wissensgebiet Nukleartechnik für den Nachwuchs jedoch unattraktiv. Bundesrat und Parlament wollen zwar ausdrücklich die Lehre und Forschung im Nuklearbereich weiterführen. In der Praxis läuft die neue Energiepolitik jedoch auf ein faktisches Technologieverbot hinaus. Dies geht aus einer Bestandsaufnahme des Nuklearforums Schweiz hervor.

Ende September 2011 hat das Schweizer Parlament den langfristigen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung beschlossen. Obschon Bundesrat und Parlament ausdrücklich kein gesetzliches Technologieverbot wollen, läuft das vorgeschlagene Bauverbot von Kernkraftwerken in der Praxis faktisch darauf hinaus. Zwar sollen Bau und Betrieb von Forschungsreaktoren weiterhin möglich sein, doch der Einsatz der Nukleartechnik zur Stromerzeugung wird – ohne Rücksicht auf die aktuellen und künftigen technischen Entwicklungen – grundsätzlich verboten. Fällt die Anwendung weg, wird dieses Wissensgebiet für Nachwuchskräfte unattraktiv.

«Denkstopp» in der Forschung verhindern
Der Erhalt des nukleartechnischen Wissens ist jedoch für den sicheren Betrieb der bestehenden Kernkraftwerke unverzichtbar. Betreiber und Zulieferindustrie sind für den Unterhalt und für die Weiterentwicklung der Sicherheitstechnik auf Fachkompetenz und motivierten Nachwuchs angewiesen. Das vorgeschlagene faktische Technologieverbot gefährdet daher die über Jahrzehnte in der Schweiz aufgebaute Wissensbasis in der Nukleartechnik. Einmal verlorenes Wissen lässt sich bei Bedarf nicht kurzfristig erwerben.

Ein umfassendes gesetzliches Verbot der künftigen Nutzung der Kernenergie wäre zudem ein bedenkliches innen- und aussenpolitisches Signal – wenn ein wissenschaftlich starkes und innovatives Land wie die Schweiz den Bann über eine weltweit eingesetzte und sich laufend weiterentwickelnde Technologie ausspricht. Die Schweiz läuft Gefahr, international den Anschluss zu verlieren. Nötig ist daher auf Bundesebene eine Strategielinie für den Kompetenzerhalt, um einen finanziell erzwungenen «Denkstopp» in der kerntechnischen Forschung zu verhindern.

Bestandsaufnahme des Nuklearforums Schweiz
Das Nuklearforum Schweiz erhebt regelmässig das Angebot und den Bedarf in der kerntechnischen Lehre und Forschung. Das vollständige Dossier «Lehre, Forschung und Nachwuchs in der Schweizer Kernenergie» finden Sie über folgenden Link:
http://www.nuklearforum.ch/de/lehre-forschung

Kontakt: 

Kontakt:
Michael Schorer
Leiter Kommunikation
Nuklearforum Schweiz, Konsumstr. 20, Bern
Tel.: 078 821 98 84    E-Mail: michael.schorer@nuklearforum.ch