20.05.16

Versorgungssicherheit trotz Atomausstieg?

Jahresversammlung 2016 des Nuklearforums Schweiz
Die Schweizer Kernkraftwerke leisten einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und damit zur Stromversorgungssicherheit. Ein beschleunigter Atomausstieg erschwert unnötig die bedarfsgerechte Versorgung des Landes. In dieser Frage ist sich das Nuklearforum einig mit Bundesrat und Parlament: Die «Atomausstiegsinitiative» ist abzulehnen. An der Generalversammlung wurde Nationalrat Hans-Ulrich Bigler zum neuen Präsident des Nuklearforums gewählt.

Die Jahresversammlung 2016 des Nuklearforums Schweiz in Solothurn stand im Zeichen der Netzstabilität. Dieser an sich technische Begriff erhält angesichts der bevorstehenden Volksabstimmung über den beschleunigten Atomaussteig eine politische Note. «Ohne stabiles Netz gibt es keine Versorgungssicherheit, ohne Versorgungssicherheit ist das Erfolgsmodell Schweiz akut gefährdet», hielt der abtretende Präsident Michaël Plaschy zu Beginn der Versammlung fest. Unter Berufung auf die jüngsten Risikoanalysen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz gab Plaschy zu bedenken, dass eine «Strommangellage» die grösste Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellt.

Bundesrat und Parlament gegen Ausstiegsinitiative
«Die dauernde Verfügbarkeit von Strom muss garantiert sein und die aktuellen politischen Entwicklungen werfen wichtige Fragen auf, wie zum Beispiel jene der Versorgungs-verantwortung», so Plaschy weiter. Angesichts der aktuellen Verwerfungen im Strommarkt gewinne diese Frage zusätzlich an Bedeutung. Vor der Abstimmung müsse sich die Schweizer Bevölkerung gut überlegen, ob es weise ist, ohne verlässliche Alternative auf eine Stromquelle zu verzichten, die während Jahrzehnten ohne wesentliche Störungen die Stromversorgung der Schweiz sichergestellt hat. Und das auch bei grosser Trockenheit oder anhaltender Kälte, wenn unsere Wasserkraftwerke nur wenig Strom lieferten.

Die «Initiative für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie» widerspricht nicht nur der Wirtschaftsfreiheit in unserem Land, sondern auch der «Energiestrategie 2050». Diese sieht vor, dass die Kernkraftwerke der Schweiz noch für viele Jahre als Fundament einer zuverlässigen Stromversorgung zur Verfügung stehen. Deshalb empfehlen auch Bundesrat und Parlament die Initiative zur Ablehnung.

Kontakt: 

Beat Bechtold
Nuklearforum Schweiz, Konsumstr. 20, Bern
Tel.: 031 560 36 50    E-Mail: beat.bechtold@nuklearforum.ch