23.10.2020

China: Kalttests beim ersten Modul des HTR-PM abgeschlossen

Die China National Nuclear Corporation (CNNC) hat das erste Modul des Hochtemperatur-Demonstrationsreaktors Shandong Shidaowan HTR-PM in der chinesischen Provinz Shandong erfolgreich den Kalttests unterzogen. Diese Tests sind zudem im zweiten Modul begonnen worden. Die zwei Module gehören zu den Kernkraftwerkstypen der vierten Generation.

Mit den Kalttests wird sichergestellt, dass Schweissnähte, Verbindungen und Rohrleitungen sowie die Komponenten des Reaktorkühlsystems die geforderten Qualitätsansprüche erfüllen. Bei Tests wird in anderen Reaktortypen Wasser verwendet. Beim HTR-PM wird hingegen Druckluft und eine kleine Menge Helium als Testmedium verwendet. Der Maximaldruck betrug 8,9 MPa. Zudem wurde die Leckrate des Primärkreislaufs gemessen, während der Druck während über 24 Stunden bei 8,0 MPa gehalten wurde. Gleichzeitig wurde die Verformung und Verschiebung des Druckbehälters des Primärkreislaufs unter Druck untersucht und die Wirksamkeit des Trägersystems überprüft.
 
Der Bau der Demonstrationsanlage am Standort Shidao-Bay in der Provinz Shandong am Gelben Meer begann im Dezember 2012. Der Brennstoff des HTR-PM besteht aus beschichteten Urankügelchen, die ihrerseits in rund 6 cm grossen Grafitkugeln eingesintert sind. Der Anreicherungsgrad von U-235 beträgt 8,5%. Als Kühlmittel kommt Helium zum Einsatz, das im Reaktor auf bis zu 750°C erhitzt wird. Die Demonstrationsanlage ist so aufgebaut, dass zwei Reaktormodule eine Dampfturbine antreiben, womit 200 MW elektrischer Leistung zur Verfügung stehen.

Die China Huaneng Group hält mit einem Anteil von 47,5% die Mehrheit am Baukonsortium. Die CNNC-Tochter China Nuclear Engineering Corporation (CNEC) hält einen Anteil von 32,5% und das Institute of Nuclear and New Energy Technology (INET) der Tsinghua-Universität hält 20%.

China plant eine grössere Version des MTR-PM mit sechs 100-MW-Reaktormodulen zu bauen. Machbarkeitsstudien für dessen Einsatz sind u.a. in Sanmen in der Proving Zheijiang, und in Ruijin in der Provinz Jiangxi, am Laufen.

Quelle: 
M.A. nach CNNC, Medienmitteilung, 21. Oktober 2020