23.06.2014

China und Grossbritannien verstärken Zusammenarbeit

China und Grossbritannien haben eine «bahnbrechende» Vereinbarung über die zivile Nutzung der Kernenergie abgeschlossen. Damit dürfen chinesische Unternehmen neue Kernkraftwerke in Grossbritannien besitzen und bauen, sofern sie die strengen britischen Regelwerke einhalten.

Im Einklang mit der am 18. Oktober 2013 unterzeichneten Absichtserklärung einigten sich die Regierungen Grossbritanniens und Chinas darauf, im Bereich der zivilen Nutzung der Kernenergie enger zusammenzuarbeiten.

Das Department of Energy and Climate Change (DECC) und die China Atomic Energy Authority (CAEA) schlossen zudem mit der International Nuclear Services Ltd. (INS) – einer Tochtergesellschaft der Nuclear Decommissioning Authority (NDA) – und der China National Nuclear Corporation (CNNC) eine eigenständige Absichtserklärung ab. Sie umfasst die Zusammenarbeit in Bereichen wie Kernbrennstoffkreislauf, Stilllegung und Entsorgung radioaktiver Abfälle, technische Forschung und Entwicklung sowie Personalschulung.

Wachsende Einbezug Chinas begrüsst

In einer gemeinsamen Erklärung der beiden Ländern zur Zusammenarbeit bei der zivilen Nutzung der Kernenergie betonte die britische Regierung, sie begrüsse Investitionen und Beteiligungen chinesischer Unternehmen am Kernkraftwerksprojekt Hinkley Point C sowie «generell deren schrittweises Engagement» im Neubauprogramm Grossbritanniens. Dies könne zur Entwicklung anderer Kernkraftwerksstandorte und möglicherweise zum Einsatz chinesischer Reaktortechnologie führen, sofern die strengen britischen Regelwerke eingehalten würden. Die chinesische Regierung erklärte, sie anerkenne Grossbritannien als «bevorzugten Partner» für die Entwicklung der Kernenergie in China.

Ob es aufgrund des Abkommens zu Eigentumsänderungen im Hinkley-Point-Neubauprojekt kommt, wurde nicht gesagt. Laut dem Abkommen vom Oktober 2013 könnte die EDF SA einen Anteil von 45–50% übernehmen. Weitere Partner sind die Areva SA (10%) sowie die chinesischen Unternehmen China General Nuclear Corporation (CGN) und CNNC, die sich zusammen mit 30–40% am Projekt beteiligen wollen. Weitere Investoren sind noch im Gespräch.

Quelle: 
M.A. nach DECC, Medienmitteilung, gemeinsame Erklärung und Absichtserklärung, 17. Juni 2014