26.01.2016

China und Saudi-Arabien wollen HTR bauen

China und Saudi-Arabien haben eine Absichtserklärung zum Bau eines Hochtemperatur-Reaktors (high-temperature reactor HTR) unterzeichnet.

Anlässlich eines Treffens zwischen dem chinesischen Präsidenten, Xi Jinping, und dem saudischen König, Salman bin Abdul Asis, wurden 14 Abkommen geschlossen. Eines davon ist eine Absichtserklärung beim Bau eines HTR zusammenzuarbeiten. Der Präsident der King Abdullah City for Atomic and Renewable Energy (Kacare), Hashim Abdullah Yamani, und der Vorsitzende der China Nuclear Engineering Corporation (CNEC), Wang Shu Jin, unterzeichneten das Dokument.

Nach 30 Jahren Grundlagenforschung, Versuchsreaktorbetrieb und Demonstrationsprojekten beherrsche China alle zentralen HTR-Technologien, so die CNEC in einer Mitteilung vom 20. Januar 2016 dazu.

Die CNEC arbeitet seit über zehn Jahren mit der Tsinghua-Universität an der Auslegung, dem Bau und der Kommerzialisierung der HTR-Technologie. Im März 2014 verstärkten sie ihre Zusammenarbeit mit einer neuen Vereinbarung zur Intensivierung des nationalen und internationalen Marketings. Der Hochtemperatur-Demonstrationsreaktor Shandong Shidaowan HTR-PM ist seit Dezember 2012 in Bau. Er besteht aus zwei Reaktormodulen mit je 250 MW thermischer Leistung, die eine Turbine antreiben, womit 200 MW elektrischer Leistung zur Verfügung stehen werden. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2017 vorgesehen. Laut CNEC hat das Projekt zum Bau zweier 600-MW-HTR in Ruijin in der Provinz Jiangxi inzwischen eine vorläufige Prüfung bestanden. Diese beiden Einheiten könnten die weltweit ersten kommerziell genutzten Reaktorsysteme der vierten Generation sein. Der Bau dürfte nächstes Jahr beginnen und die Netzanbindung 2021 erfolgen.

Wang Shu Jin, Vorsitzender der China Nuclear Engineering Corporation (CNEC), und Hashim Abdullah Yamani, Präsident der King Abdullah City for Atomic and Renewable Energy (Kacare), tauschen die unterzeichneten Dokumente aus.
Quelle: CNEC
Quelle: 
M.A. nach CNEC, Medienmitteilung, und WNN, 20. Januar 2016