07.10.2019

EDF reicht Stilllegungsantrag für Fessenheim ein

Die französische Electricité de France (EDF) hat der Nuklearaufsichtsbehörde Autorité de sûreté ncléaire (ASN) und der Regierung einen Antrag zur Stilllegung des Kernkraftwerks Fessenheim im Elsass eingereicht. Die beiden Blöcke sollen bis Mitte 2020 vom Netz genommen werden.

Nach Angaben der EDF sollen Fessenheim-1 am 22. Februar 2020 und Fessenheim-2 am 30. Juni 2020 endgültig vom Netz genommen werden. Es ist somit geplant, die beiden Blöcke nach rund 42 Betriebsjahren stillzulegen. Die Regierung hatte am 27. September 2019 mit der EDF vereinbart, dass der Staat die Betreiberin für die frühzeitige Stilllegung der beiden Druckwasserreaktorblöcke mit knapp EUR 400 Mio. (CHF 435 Mio.) entschädigen wird. Das Unternehmen wird damit für Aufwendungen kompensiert, die aus der Schliessung des Werks entstehen. Die Aufwendungen betreffen Kosten für Nachbetrieb, Steuern, Rückbau und Personalumstrukturierung. Diese Kompensationszahlungen sollen in den ersten vier Jahren nach der Stilllegung ausgezahlt werden. Die EDF wird des Weiteren Ausgleichszahlungen für entgangene Erträge aus der Stromproduktion mit Fessenheim erhalten. Zur Berechnung werden die bisherigen Produktionsdaten des Standortes sowie Verkaufs- und Marktpreise beigezogen, so die EDF.

Die Schliessung der beiden 880-MW-Blöcke von Fessenheim war urspünglich an die Inbetriebnahme von Flamanville-3 (1600 MW) gekoppelt. Sie hätten dann vom Netz genommen werden sollen, wenn Flamanville-3 den Betrieb aufnimmt. Die Inbetriebnahme des seit Ende 2007 in Bau stehenden EPR-Blocks wurde aber immer wieder verschoben. Die EDF gab diesen Sommer bekannt, dass sie die Inbetriebnahme von Flamanville-3 wegen Qualitätsmängeln bei Schweissnähten auf 2022 verschieben musste.

Die französische Regierung sieht im Rahmen ihrer mehrjährigen Programmplanung für Energie (Programmation pluriannuelle de l’énergie) vor, den Anteil der Kernenergie am Stromverbrauch des Landes von derzeit 72% bis 2035 auf 50% zu verringern. Bis 2035 sollen dazu insgesamt 14 Einheiten vom Netz genommen werden.

Fessenheim ist das älteste Kernkraftwerk Frankreichs. Die beiden Blöcke nahmen 1978 den kommerziellen Betrieb auf. Von den geplanten Abschaltungen sind primär die ältesten Kernkraftwerke betroffen. Neben Fessenheim sind das die Standorte Tricastin, Bugey, Gravelines, Dampierre, Blayais, Cruas, Chinon und Saint-Laurant.

Quelle: 
M.B. nach EDF, Medienmitteilung, 30. September 2019