26.11.2014

Eigene Mo-99-Produktion für die USA

Das amerikanische Department of Energy (DOE) spricht zusätzliche Gelder, um der einheimischen Erzeugung medizinischer Isotopen ohne Verwendung hoch angereicherten Urans (HEU) Schub zu verleihen.

Die National Nuclear Security Administration (NNSA) richtet zusätzlich über USD 8 Mio. (CHF 7,7 Mio.) an zwei Kooperationspartner aus, um den Aufbau einer neuen, einheimischen Produktionsquelle für das medizinischen Isotop Molybdän-99 (Mo-99) zu beschleunigen. Die Herstellung soll ohne HEU erfolgen.

Die NorthStar Medical Radioisotopes LLC erhält USD 5,2 Mio. (CHF 5 Mio.) mehr, um ihre Technologie, Mo-99 über Neutroneneinfang herzustellen, weiter zu entwickeln. Neu erhält das Unternehmen somit insgesamt USD 16,1 Mio. (CHF 15,4 Mio.) Unterstützung von der NNSA. Der SHINE Medical Technologies Inc. stehen zusätzliche USD 3,2 Mio. (CHF 3 Mio.) zur Verfügung, um ihre Beschleuniger-basierte Technologie, mit der Mo-99 durch Spaltung von schwach angereichertem Uran (LEU) erzeugt wird, weiter zu entwickeln. Die NSSA unterstützt SHINE Medical somit neu mit insgesamt USD 13,9 Mio. (CHF 13,3 Mio.).

Weltweit grösster Mo-99-Produzent stellt 2016 Produktion ein

Die zusätzliche Unterstützung der NNSA an ihre Kooperationspartner sei umso wichtiger, als der weltgrösste Hersteller von Mo-99 – der kanadische Reaktor Chalk River National Research Universal (NRU) – die Produktion altersbedingt 2016 einstellen dürfte, erklärte Anne Harrington, Deputy Administrator for Defense Nuclear Nonproliferation in der NNSA.

Mo-99 dient als Ausgangsisotop für das in der Nuklearmedizin wichtige Tochterisotop Technetium-99-m (Tc-99-m). Dieses wird in rund 80% der medizinischen Diagnoseverfahren verwendet. Allein in den USA sind dies täglich rund 50ʼ000 medizinische Anwendungen. Die USA importiert heute ihren gesamten Bedarf an Mo-99. Die meisten Hersteller verwenden für ihre Produktion HEU, was ein Proliferationsrisiko darstellt.

Quelle: 
S.Ry. nach NNSA, Medienmitteilung, 13. November 2014