10.08.2016

EPA: Uranmine Yeelirrie gefährdet unterirdisch lebende Fauna

Das Uranabbauprojekt Yeelirrie erfüllt eines von neun untersuchten Umweltfaktoren nicht. Zu diesem Schluss kommt die Environmental Protection Authority (EPA) des Bundesstaats Westaustralien nach einer Prüfung.

Das 1972 entdeckte Uranvorkommen in Yeelirrie befindet sich in der nördlichen Region Goldfields in Westaustralien und erstreckt sich über eine Fläche von 9 auf 1,5 km. Die Tiefe beträgt bis 15 m. Die Cameco Corporation erwarb Yeelirrie 2012 von der BHP Billiton plc. Die Cameco plant, während 15 Jahren bis zu 7500 t U3O8 jährlich im Tagebau abzubauen.

Das EPA des Bundesstaats Westaustralien schloss Ende Juli 2016 die Umweltverträglichkeitsprüfung für das Yeelirrie-Projekt ab. Es empfiehlt dem australischen Umweltminister, das Uranabbauprojekt Yeelirrie nicht zu genehmigen. «Von den neun beurteilten [Umwelt-] Schlüsselfaktoren erfüllte einer – die unterirdisch lebende Fauna – die Umweltziele der EPA nicht», erklärte die Behörde. Die anderen acht Faktoren einschliesslich möglicher Auswirkungen auf Flora und Vegetation, Wasserqualität, menschliche Gesundheit sowie Renaturierung und Stilllegung hätten die Ziele erfüllt.

In den 850 genommenen Proben aus dem Projektgebiet fanden sich 73 Grundwasserarten (Stygofauna), wobei elf davon derzeit nur dort vorkommen. Die EPA ist der Ansicht, dass «die Möglichkeit eines Verlusts von Arten, die auf das Projektareal begrenzt sind, zu gross ist.» Das Projekt sei deshalb abzulehnen. Sollte der Umweltminister der Cameco grünes Licht für Yeelirrie geben, so müssten geeignete Auflagen zum Schutz der unterirdisch lebenden Fauna erlassen werden, so die EPA. Sie ist der Auffassung, dass weitere wissenschaftliche Untersuchungen und Forschungen ermitteln könnten, ob diese Arten auch ausserhalb des Projektgebiets vorkommen.

Camecos Stellungnahme

Die Cameco erklärte, sie anerkenne die Ergebnisse der EPA sowie die Komplexität und Unsicherheit bei der Beurteilung der unterirdisch lebenden Tiere. «Wir sind überzeugt, dass durch weitere Probenahmen und Forschung auf die unterirdisch lebende Fauna in Yeelirrie angemessen Rücksicht genommen werden kann. Wir werden mit den Behörden und Entscheidungsträgern zusammenarbeiten, um eine Lösung zu finden», sagte Brian Reilly der Geschäftsführer der Cameco Australia.

Der australische Umweltminister entscheidet schlussendlich über das Uranabbauprojekt.

Quelle: 
M.A. nach EPA und Cameco, Medienmitteilungen, 3. August 2016, sowie EPA, Yeelirrie Uranium Project, August 2016