20.10.2004

Flamanville wird Standort für Frankreichs ersten EPR

Die staatliche französische Electricité de France (EDF) hat am 21. Oktober 2004 bekannt gegeben, dass der erste Europäische Druckwasserreaktor (EPR) Frankreichs in Flamanville gebaut wird.

Am Standort auf der Halbinsel Cotentin in der Normandie westlich von Cherbourg und südlich der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague sind bereits zwei Druckwasserreaktor-Einheiten mit je 1330 MW in Betrieb. Gemäss EDF handelt es sich um die erste Einheit einer Serie. Die Bauzeit soll sich ab 2007 über fünf Jahre erstrecken.
Als mögliche Standorte waren auch Penly in der Nähe von Dieppe und Tricastin an der Rhone in Südfrankreich im Gespräch. Die Wahl von Flamanville steht gemäss EDF am Ende einer breiten Konsultation von Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Unter den 20 EDF-Kernkraftwerksstandorten erfülle Flamanville spezifische technische Kriterien wie verfügbare Landreserven, angemessene elektrische Übertragungskapazität zur Weiterleitung der produzierten Elektrizität sowie den Raum, die Baustelle und die Anlage zu beherbergen. Gemäss EDF besteht darüber hinaus eine breite Unterstützung durch die lokalen Vertreter aus Politik und Wirtschaft für den EPR, insbesondere im Hinblick auf die erwarteten wirtschaftlichen Vorteile.
Der EPR wurde von der Areva-Siemens-Tochtergesellschaft Framatome ANP entwickelt und ist die Frucht französisch-deutscher Zusammenarbeit. Er biete neue Entwicklungen bezüglich Sicherheit, Umwelt und wirtschaftlicher Leistung, schreibt die EDF.
"Die Lancierung des EPR trägt dazu bei, die Energie-Unabhängigkeit Europas in den kommenden Jahrzehnten sicherzustellen. Letztlich kommt ihm die Rolle zu, der EDF die Erneuerung ihres Kraftwerksparks auf wirtschaftliche Weise zu ermöglichen. Er erlaubt es der EDF, den technologischen Vorsprung zu wahren, und er wirkt als technologisches Schaufenster für die Exportmärkte", sagte EDF-Präsident Gadonneix.
Der französische Finanzminister Nicolas Sarkozy hatte letzten April seine Unterstützung für den Bau einer EPR-Demonstrations-Einheit bekannt gegeben. Der Verwaltungsrat der EDF genehmigte anschliessend das Projekt, und die Nationalversammlung verabschiedete die zugehörigen Gesetze. Die französische Regierung, vertreten durch die Kernenergie-Sicherheitsbehörde DGSNR, erteilte die Auslegungsgenehmigung für den EPR Ende September 2004.

Quelle: 
M.E. nach Medienmitteilung EDF vom 21. Oktober 2004