13.03.2014

Foratom fordert von EU technologieneutrale CO2-Reduktion

Das Foratom – die Dachorganisation der europäischen Atomforen – hat am 4. März 2014 ein Positionspapier zu den Anfang 2014 von der Europäischen Kommission publizierten klima- und energiepolitischen Zielen veröffentlicht. Es begrüsst im Grundsatz das angestrebte Treibhausgas-Reduktionsziel, verlangt jedoch, es technologieneutral und ohne Bevorzugung ausgewählter Technologien, anzustreben.

Die EU-Kommission will die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 im Vergleich zu 1990 um 40% senken. Die Kommission gibt gleichzeitig vor, dass der Anteil der erneuerbaren Energien EU-weit auf 27% zu erhöhen sei. Das Foratom begrüsst das angestrebte Treibhausgas-Emissionsziel. Es ist jedoch der Ansicht, dass alle emissionsarmen Technologien in gleichem Masse gefördert werden sollen. Insbesondere sollen für die Erneuerbaren keine konkreten Ausbauziele gelten. Stattdessen sollen sie – zusammen mit den anderen emissionsarmen Technologien – als wichtige Instrumente zum Erreichen der drei Ziele Emissionsreduktion, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit betrachtet werden.

Das Foratom erinnert daran, dass die Kernenergie derzeit rund 30% des EU-Strommix deckt, jedoch mehr als die Hälfte (55%) des CO2-armen Stroms Europas liefert – und dies zu wirtschaftlichen Preisen. Mit Blick auf die Versorgungssicherheit soll ein breit abgestützter Strommix angestrebt werden, um die negativen Auswirkungen unregelmässig produzierender Stromquellen auffangen zu können.

Gemäss Foratom sind zudem die Rahmenbedingungen im Emissionshandel zu verbessern und die Handelspreise auf eine stabilere Basis zu bringen. Es unterstützt deshalb das sogenannte Backloading, bei dem CO2-Zertifikate zurückgehalten werden. Vertreter der EU-Staaten hatten Anfang Januar 2014 einem Vorschlag der Europäischen Kommission zugestimmt, neue Zertifikate statt zwischen 2014 und 2016 erst in den Jahren 2019 und 2020 auf den Markt zu bringen. Die Absicht ist, starken Preisschwankungen beim Zertifikathandel entgegenzuwirken. Damit Investoren in kapitalintensive, CO2-arme Technologien wie die Kernenergie investieren, muss ein entsprechender Rahmen geschaffen werden, so das Foratom. Es unterstützt deshalb Marktmodelle wie Langzeit-Verträge oder sogenannte Differenzkontrakte.

Quelle: 
M.B. nach Foratom, Mitteilung, 4. März 2014