28.05.2014

GB: neue Lager für radioaktive Abfälle

In Grossbritannien sind zwei neue Einrichtungen zur Lagerung radioaktiver Abfälle eröffnet worden – ein Langzeitlager für schwachaktive Abfälle in Dounreay und ein Zwischenlager für mittelaktive Abfälle in Berkeley.

Am Standort Dounreay wurden zwei Kammern eines unterirdischen Lagers für feste schwachaktive Abfälle fertiggestellt. In Berkeley hingegen ging ein neues Zwischenlager für mittelaktive Abfälle in Betrieb. An diesem im Süden Englands gelegenen Standort wird das Kernkraftwerk Berkeley stillgelegt. Die beiden mit Natururan betriebenen, gasgekühlten Magnox-Reaktoren waren bis 1989 am Netz. 2010 wurden die beiden Reaktorgebäude in den sogenannten Safestore-Status überführt. Voraussichtlich 2074, wenn die Radioaktivität der restlichen auf der Anlage gelagerten Bauteile genügend abgeklungen ist, soll der definitive Rückbau erfolgen. Das nun in Betrieb genommene Zwischenlager für mittelaktive Abfälle soll bis zu 850 Gebinde aufnehmen können, die dort aufbewahrt werden, bis das geplante zentrale geologische Tiefenlager Grossbritanniens seinen Betrieb aufgenommen hat.

In schottischen Dounreay wurden für den Bau der beiden unterirdischen Kammern seit November 2011 insgesamt 243’000 m3 Gestein ausgehoben. Am 15. Mai 2014 übergab das Bauunternehmen Graham Construction der Dounreay Site Restoration Ltd. die Schüssel. Die Baukosten für die beiden ersten Kammern sowie der dazugehörigen Nebengebäude betrugen gemäss der Kernenergie-Nachrichtenagentur World Nuclear News (WNN) GBP 20 Mio. (CHF 30 Mio.). Nach Erhalt der noch erwarteten behördlichen Genehmigungen sollen erste Lagerbehälter mit schwachaktiven Abfällen 2014 eingelagert werden. Insgesamt ist der Bau von sechs solchen Kammern in Dounreay geplant, die insgesamt 175’000 m3 an schwachaktive Abfälle aufnehmen können. Der Rückbau sämtlicher Einrichtungen am Standort Dounreay, darunter experimentelle Schnelle Reaktoren, soll bis 2025 abgeschlossen sein. Der ganze schwachaktive Abfall soll in das Langzeitlager verbracht werden, um dieses dann zu verschliessen und während 300 Jahren zu überwachen.

Quelle: 
D.S. nach WNN, 16. Mai 2014