23.10.2019

IAEO-Brennstoffbank in Betrieb

Die Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) hat mit dem Eintreffen der ersten Lieferung von schwachangereichertem Uran (LEU) die im Osten Kasachstans neu errichtete Brennstoffbank in Betrieb genommen. Die IAEO will mit der Brennstoffbank Mitgliedsländern aushelfen, wenn deren Belieferung mit angereichertem Uran ins Stocken geraten sollte.

Das schwachangereicherte Uran der ersten Brennstofflieferung für die IAEO-Brennstoffbank stellte die französische Orano in Frankreich her. Der Transport nach Kasachstan erfolgte per Lastwagen, Schiff und Zug und nahm etwas länger als vier Wochen in Anspruch. Insgesamt wurden 32 Container von Frankreich nach Kasachstan geliefert. Eine zweite LEU-Lieferung soll noch vor Ende 2019 bei der Brennstoffbank eintreffen. Lieferantin ist die kasachische Kasatomprom JSC.

Die multilaterale Brennstoffbank war Ende 2010 von der IAEO ins Leben gerufen worden. Mitte 2015 unterzeichnete die Organisation mit Kasachstan zur Errichtung der LEU-Brennstoffbank eine sogenannte Gastgeberstaat-Vereinbarung. Im Herbst 2016 wurden die Bauarbeiten für die 880 m2 grosse Lagerhalle aufgenommen. Die Brennstoffbank wurde im Sommer 2017 eingeweiht.

Betreiberin der Brennstoffbank ist die Ulba Metallurgical Plant JSC (UMP). Die Bank wird vollständig über freiwillige Beiträge und unabhängig vom IAEO-Budget finanziert. Geberländer zahlten rund USD 150 Mio. in einen Fonds ein. Dies reicht aus, um die Betriebskosten während 20 Jahren zu decken. Zu den Geldgebern zählen unter anderen die Europäische Union, Kasachstan, Kuwait, Norwegen, die Nuclear Threat Initiative (NTI), die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die Bank kann rund 90 t LEU vorrätig halten. Das reicht aus, um den Kernbrennstoff für die Vollladung eines 1000-MW-Druckwasserreaktors oder drei Jahresnachladungen herzustellen.

Quelle: 
M.B. nach IAEO, Medienmitteilung, 17. Oktober 2019