Ausschliesslich im E-Bulletin
05.03.2009

Japan: Stilllegung von Tsuruga-1 verschoben

Die Betreibergesellschaft Japan Atomic Power Company (JAPC) will den Kernkraftwerksblock Tsuruga-1 nicht wie geplant nach rund 40 Betriebsjahren endgültig abschalten. Da sich die Inbetriebnahme der neuen Kernkraftwerke am gleichen Standort verzögert, soll das älteste Kernkraftwerk Japans über den bisherigen Stilllegungszeitpunkt hinaus noch Strom produzieren.

Die JAPC hatte im Jahr 2002 bekannt gegeben, dass sie das seit 1969 in Betrieb stehende Kernkraftwerk Tsuruga-1 (BWR, 341 MW) aus wirtschaftlichen Gründen im Jahr 2010 endgültig abschalten werde. Sie nahm damals an, dass dann die beiden neuen Blöcke Tsuruga-3 und -4 den Betrieb aufnehmen würden. Im Jahr 2006 meldete die JAPC jedoch, dass die beiden Neubauten erst im März 2016 (Tsuruga-3) resp. 2017 (Tsuruga-4) ans Netz gehen. Es sollen die weltweit ersten fortgeschrittenen Druckwasserreaktorblöcke des Typs APWR von Mitsubishi und Westinghouse sein.

Diese Verzögerungen veranlassten die JAPC, am 17. Februar 2009 beim japanischen Ministry of Economy, Trade and Industry (Meti) einen Antrag zur Änderung der sicherheitstechnischen Betriebsbewilligung einzureichen. Dieser Schritt bedeute laut der Zeitschrift «Atoms in Japan», dass die Stilllegung von Tsuruga-1 verschoben wird.

Quelle: 
D.S. nach Atoms in Japan, 25. Februar 2009