04.02.2011

Japan: Wiederinbetriebnahme von Hamaoka-5

Die japanische Energieversorgerin Chubu Electric Power Co. hat die Kernkraftwerkseinheit Hamaoka-5 nach 18 Monaten wieder in Betrieb genommen.

Ein Erdbeben der Magnitude 6,5 hatte am 11. August 2009 die Schnellabschaltung der Blöcke 4 (1092 MW, BWR) und 5 (1212 MW, ABWR) des Kernkraftwerks Hamaoka ausgelöst. Block 3 (1056 MW, BWR) war für geplante Inspektionsarbeiten bereits abgeschaltet, während die Blöcke 1 und 2 seit 2002 beziehungsweise 2004 ausser Betrieb waren. Das Zentrum des Bebens lag in 23 km Tiefe in der Suruga-Bucht nordwestlich von Tokio, rund 85 km vom Kernkraftwerk entfernt. Laut der japanischen Nuclear and Industrial Safety Agency (Nisa) blieben die maximalen Bodenbeschleunigungen unterhalb der seismischen Auslegungsgrenze von 582 Gal (5,82 m/s[sup]2[/sup]).

Die Chubu nahm die Einheiten Hamoaka-3 und -4 nach seismischen Überprüfungen bereits im Oktober 2009 wieder in Betrieb. Die Blöcke 1 und 2 waren am 31. Januar 2009 endgültig stillgelegt worden. Laut dem Japan Atomic Industrial Forum (Jaif) hatte das Beben indessen grössere Auswirkungen auf Block 5, sodass er – nach Freigabe durch die Behörden – erst am 25. Januar 2011 ans Netz gehen konnte. Während des 18-monatigen Stillstands führte die Chubu sicherheitstechnische Überprüfungen durch und musste die Niederdruck-Turbinen ersetzen, die schon seit 2006 Vibrationsmängel aufwiesen.

Die japanischen Behörden hatten bereits 2006 – also noch vor dem Erdbeben vom 16. Juli 2007, die das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa der Tokyo Electric Power Co. (Tepco) über die seismischen Auslegungsgrenzen hinaus beansprucht hatte – eine Überprüfung der Erdbebensicherheit aller Kernanlagen verlangt. Nach dem 16. Juli 2007 erhielt dieses Programm erste Priorität.

Alle drei Siedewasserreaktoreinheiten von Hamaoka sind nach dem Erdbeben vom 11. August 2009 wieder in Betrieb.
Quelle: i764gt@flickl.com
Quelle: 
M.A. nach Jaif, Atoms in Japan, 11. August 2009 und 31. Januar 2011