07.09.2016

Kasachstan: Grundsteinlegung für LEU-Bank

Auf dem Gelände der Ulba Metallurgical Plant JSC in Ust-Kamenogorsk (Öskemen) im Osten Kasachstans ist der Grundstein für die multilaterale Brennstoffbank für schwach angereichertes Uran (LEU) der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) gelegt worden. 

Laut Timur Schantikin, Vizevorsitzender des Committee of Nuclear and Power Supervision and Control des kasachischen Energieministeriums, wurde am 28. August 2016 der Grundstein für das neue, 600 m2 grosse Lagergebäude der LEU-Brennstoffbank der IAEO gelegt. Ursprünglich sei geplant gewesen, ein bestehendes Gebäude auf dem UMP-Gelände herzurichten, erklärte Schantikin. Doch angesichts der politischen Bedeutung des Projekts habe sich das Energieministerium für einen Neubau entschieden. Die Brennstoffbank soll in der zweiten Hälfte von 2017 den Betrieb aufnehmen.

Im August 2015 hatten die IAEO und Kasachstan das Gastgeberstaat-Abkommen zur Schaffung der LEU-Brennstoffbank unterzeichnet. Die IAEO und die UMP schlossen Ende Mai 2016 einen Partnerschaftsvertrag, worauf die Behörden Kasachstans die nötigen Bewilligungen ausstellen konnten.

Ziel der Brennstoffbank ist es, IAEO-Mitgliedsländern auszuhelfen, falls deren Belieferung mit angereichertem Uran ins Stocken gerät. Die Bank wird den kommerziellen LEU-Markt demnach nicht beeinträchtigen. Jedes IAEO-Mitgliedsland hat weiterhin das Recht, eigene Einrichtungen für die Sicherstellung seines Brennstoffkreislaufs zu unterhalten. Mitgliedsländer, die LEU aus der IAEO-Bank beziehen wollen, müssen die Safeguard-Bestimmungen einhalten.

Die Bank wird vollständig über freiwillige Beiträge und unabhängig vom IAEO-Budget finanziert. Geberländer haben bisher für Bau und Betrieb rund USD 150 Mio. in einen Fonds einbezahlt. Laut Schantikin belaufen sich die Baukosten auf rund USD 2 Mio. und werden je zur Hälfte vom IAEO-Fonds und von der UMP übernommen.

Die Bank soll 90 t LEU vorrätig halten. Das reicht aus, um den Kernbrennstoff für die Vollladung eines 1000-MW-Druckwasserreaktors oder drei Jahresnachladungen herzustellen.

Quelle: 
M.A. nach Committee of Nuclear and Power Supervision and Control, Mitteilung, 26. August, und NucNet, 30. August 2016