26.09.2011

Kernkraftwerk Mühleberg wieder in Betrieb

Die BKW FMB Energie AG (BKW) hat nach Abschluss der Jahresrevision und der Optimierungsarbeiten am Einlaufbauwerk das Kernkraftwerk Mühleberg am Wochenende vom 24./25. September 2011 wieder in Betrieb genommen. Zuvor hatte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) die Nachrüstungen abgenommen und am 23. September 2011 die Freigabe für das Wiederanfahren der Anlage erteilt.

Schwerpunkte der Jahresrevision 2011 bildeten gemäss Medienmitteilung der BKW umfangreiche Wiederholungsprüfungen und Arbeiten am und im Reaktordruckbehälter. Dabei wurden unter anderem Rohrleitungsschweissnähte mit einem qualifizierten Ultraschallprüfsystem geprüft. Auch der Kernmantel wurde mit einem neuen, dem aktuellsten Stand der Technik entsprechenden Prüfsystem untersucht. Dieses hatte die Qualifizierungsstelle ZfP Schweiz, eine unabhängige Inspektionsstelle zur Beurteilung und Zertifizierung von Prüfsystemen, vorgängig gemäss geltenden Richtlinien qualifiziert. Das System lässt, so die BKW, im Vergleich zu den früher eingesetzten einen stark erweiterten Prüfumfang zu und dient nicht nur für die Längen-, sondern auch für die Tiefenbestimmung von Anzeigen.

Kernmantelstabilität bestätigt

Die durchgeführten Messungen zeigen, dass an den Schweissnähten des Kernmantels keine wanddurchdringenden Risse vorhanden sind und dass sich die in den vergangenen Jahren festgestellte Tendenz zur Stabilisierung des Risswachstums fortschreibt. Die umfangreichen Kontrollarbeiten und die bruchmechanische Bewertung des Kernmantels bestätigten laut BKW einmal mehr die Stabilität und Integrität des Kernmantels.

Revisionsarbeiten plangemäss abgeschlossen

Umfassende Revisionsarbeiten wurden auch an einem der beiden Generatoren durchgeführt. Die in den letzten Jahren begonnene Erneuerung der Schutzeinrichtung bei der elektrischen Eigenversorgung wurde weitergeführt, wodurch diese ebenfalls auf den neuesten Stand der Technik gebracht wurde. Schliesslich fanden auch die Arbeiten an den Hauptkühlwasserleitungen ihren Abschluss. Sie sind Teil eines mehrjährigen Instandhaltungs- und Kontrollzyklus und dienen dem Langfristbetrieb der Anlage. Die ordentlichen Revisionsarbeiten kamen wie geplant mit der erfolgreich durchgeführten Dichtheitsprüfung des primären Containments zum Abschluss.

Bei den umfangreichen Kontrollen und Prüfungen insbesondere der Sicherheitssysteme, Turbinen, Generatoren und Transformatoren sowie der elektrischen Schutz- und Regelsysteme wurden keine Befunde festgestellt, welche die Sicherheit der Anlage beeinträchtigen, bestätigt die BKW in ihrer Medienmitteilung. Die Analysen bestätigten, dass die Komponenten zuverlässig sind und einen sicheren Langzeitbetrieb der Anlage gewährleisten. Es wurden 36 der 240 Brennelemente durch neue Brennelemente ersetzt. Alle Brennelemente befinden sich laut BKW in einem guten Zustand.

Nachrüstungen für Schutz vor Extremhochwasser

In der letzten Woche konnten laut BKW auch die Mitte August in Angriff genommenen Nachrüstarbeiten zur weiteren Erhöhung des Hochwasserschutzes abgeschlossen werden. Sie umfassen die Optimierung des Susan-Einlaufbauwerks durch drei zusätzliche Ansaugstutzen sowie den Bau einer zusätzlichen Einspeiseleitung für die Kühlwasserversorgung des Susan-Notstandsystems. Die Kosten dieser Nachrüstungen liegen laut BKW unter den budgetierten CHF 10 Mio. Der aufgrund der längeren Revisionszeit resultierende Produktionsausfall schlug mit rund CHF 28 Mio. zu Buche.

Quelle: 
D.S. nach Ensi, Medienmitteilung, 24. September, und BKW FMB Energie AG, Medienmitteilung, 26. September 2011