10.03.2010

Kernkraftwerkspläne in Israel

Israel will innerhalb der nächsten 10–15 Jahren ein erstes kommerzielles Kernkraftwerk in Betrieb nehmen. Dies hat der Infrastrukturminister des Landes, Uzi Landau, am 9. März 2010 an der internationalen Konferenz über den Zugang zur zivilen Nutzung der Kernenergie angekündigt.

Gegenüber der internationalen Kernenergie-Nachrichtenagentur NucNet betonteLandau, sein Land habe schon immer die Kernenergie als teilweisen Ersatz für die Abhängigkeit von Kohle betrachtet. Ziel sei es die Ressourcen zu diversifizieren sowie Energieversorgungssicherheit und -unabhängigkeit zu gewährleisten, erklärte Landau. Er nannte Israel eine «Energie-Insel», die auf Einfuhren angewiesen sei, um praktisch den ganzen inländischen Energiebedarf zu decken». Das Land sei zwar in der letzten Phase einer Ausschreibung für den Bau zweier grosser thermischer Solaranlagen im nördlichen Teil der Negevwüste. «Aber auch mit der ambitioniertesten Solarstromanlage werden wir nur einen Bruchteil unseres Energiebedarfs decken können», ist Landau überzeugt.

Standort bereits festgelegt

Israel möchte sein erstes kommerzielles Kernkraftwerk bereits in 10–15 Jahren ans Netz nehmen, gab Landau bekannt. Das Land habe bereits früher Machbarkeitsstudien durchgeführt und einen potenziellen Standort für den Bau des ersten kommerziellen Kernkraftwerks des Landes ausgewählt. Es solle in Schiwta (Shivta) in der nordwestlichen Negevwüste gebaut werden. Laut Landau würde es Israel vorziehen, «einen Schritt weiter zu gehen» als die Generation-III-Technologie. Ein endgültiger Entscheid könne zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht getroffen werden. «Natürlich möchten wir die modernste Technologie haben. Wir haben den Willen, das Know-how sowie die wissenschaftliche und technische Infrastruktur», betonte Landau.

Die Israel Atomic Energy Commission betreibt derzeit zwei Forschungsreaktoren, je einen am Soreq Nuclear Research Center bei Rechovot und am Negev Nuclear Research Center bei Dimona. Israel hofft, an internationalen Kooperationsprogrammen – wie beispielsweise dem Generation IV International Forum (GIF) – teilzunehmen.

Quelle: 
M.A. nach NucNet, 9. März 2010