04.03.2021

NEA-Bericht zu Fortschritten, Lehren und Herausforderungen nach Fukushima

Die Nuclear Energy Agency (NEA) sieht in «strukturellen Fehlern» der Nuklearverwaltung die Hauptursache für den Reaktorunfall in Fukushima-Daiichi vor zehn Jahren. Diese hätten zu einem Zusammenbruch des öffentlichen Vertrauens geführt und Bedenken gegenüber der Nuklearindustrie in anderen Teilen der Welt aufkommen lassen, so ein aktueller Bericht der NEA.

Der Bericht «Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant Accident, Ten Years On Flagship – Progress, Lessons and Challenges» der NEA untersucht die Fortschritte, Lehren und Herausforderungen infolge des Unfalls vor zehn Jahren. Der Schlüssel sei das Verständnis, dass der Unfall ein Systemversagen gewesen und nicht nur auf eine oder mehrere Komponenten im System zurückzuführen sei. Positiv bewertet die NEA die Regulierungsreform in Japan in Bezug auf Transparenz, Offenheit und Unabhängigkeit und durch die Schaffung der Nuclear Regulation Authority (NRA) im Jahr 2012. Dadurch sei man bei der Umsetzung von Verbesserungen der Anlagen gegen Naturphänomene wie Tsunamis und bei Sicherheitsverbesserungen, die auf die Bedrohung der Kernkühlung und der Notstromversorgung durch Stromausfälle abzielen, erfolgreich gewesen.
 
Die NEA schreibt in dem Bericht aber auch: «In Übereinstimmung mit den Prinzipien der NRA und einer Kultur der kontinuierlichen Verbesserung könnte die NRA Möglichkeiten nutzen, um ihre offene Interaktion mit den Betreibern weiter zu verbessern und gleichzeitig ihre Unabhängigkeit und Integrität zu wahren.» Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Japan sein Wissen und Verständnis für einen systematischen Sicherheitsansatz erweitern könnte. Es seien mehr Anstrengungen erforderlich, um ein Sicherheitssystem zu entwickeln und zu institutionalisieren, das ausreichende Schutzniveaus biete und die Industrie, die Aufsichtsbehörden und die Interessengruppen einbeziehe.

Unser Webdossier 10 Jahre Fukushima

Quelle: 
S.D. nach NucNet, 3. März 2021