06.04.2021

Neuer leistungsstarker Computer-Hub für Fusionsenergie an der EPFL

Die École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EFFL) wird zu einem europäischen Hub für Hochleistungsrechner mit Schwerpunkt Fusionsenergie. Als Teil dieser Initiative wird das Swiss Plasma Center (SPC) der EPFL ein campusweites, interdisziplinäres Forschungsteam leiten.

Die EUROfusion – das Europäische Konsortium zur Entwicklung der Fusionsenergie – wählte die EPFL als Standort für seinen Advanced Computing Hub aus. Dieses Forschungszentrum wird vom SPC geleitet und bringt Wissenschafter des EPFL-Instituts für Mathematik, des Scientific IT & Application Support (SCITAS), des Swiss Data Science Center und des Laboratory for Experimental Museology zusammen. Diese Experten werden europäischen Forschern, die auf dem Gebiet der Fusionsenergie tätig sind, wissenschaftliche und technische Unterstützung sowie Hochleistungsrechner-Kapazitäten bieten.

Simulationscodes aktualisieren
«Wir werden versuchen, skalierbar und anpassungsfähig zu arbeiten. EUROfusion-Forscher müssen in der Lage sein, von zukünftigen Fortschritten in der Computertechnologie zu profitieren. Unsere Aufgabe am Advanced Computing Hub wird es sein, vorhandene Simulationscodes zu aktualisieren, damit die Forscher die neuen Funktionen der kommenden Generationen von Hochleistungsrechner voll ausnutzen können», sagte Gilles Fourestey, Betriebseiter des Hub.

Echtzeit-Visualisierungen
Der Hub wird auch auf eines der neuen Fachgebiete der EPFL zurückgreifen: die 3D-Datenvisualisierung mithilfe von Technologien, die am Labor für experimentelle Museologie unter der Leitung von Prof. Sarah Kenderdine entwickelt wurden. Um den Wissenschaftern ein besseres Verständnis der hochkomplexen Daten zu ermöglichen, die von den Supercomputern generiert werden, wird Kenderdines Labor immersive Augmented-Reality-Technologie und modernste Einrichtungen für die Durchführung hochentwickelter 3D-Visualisierungen bereitstellen.

Ziel ist es, die Simulationsergebnisse grafisch darzustellen und den Forschern letztendlich die Möglichkeit zu geben, in Echtzeit mit ihnen zu interagieren. «Wir werden Daten-Feeds live aus dem Swiss Plasma Center nehmen und in diese grossen Systeme importieren. Auf diese Weise können mehrere Forscher in einem Visualisierungsraum zusammenkommen. Das Aufkommen von Echtzeitgrafiken ist ein grosser, boomender Bereich, in dem so viel möglich ist. Aber wie diese Welten konstruiert werden, ist noch nicht klar. Das werden wir also gemeinsam herausfinden» sagte Kenderdine.

Das Projekt Advanced Computing Hub startet am 1. Juli 2021 und läuft bis 2025. Die meisten beteiligten Wissenschafter glauben jedoch, dass sie langfristig zu einem festen Bestandteil auf dem EPFL-Campus werden könnte. «Auf jeden Fall werde ich hart daran arbeiten, dass diese interdisziplinären Bemühungen weit über das europäische Rahmenprogramm hinausgehen», erklärte Ambrogio Fasoli, Direktor des SPC.

Quelle: 
M.A. nach EPFL, Medienmitteilung, 23. März 2021