18.07.2018

Norwegen: Halden-Reaktor soll geschlossen werden

Das Institute for Energy Technology (IFE) – Betreiberin des Halden-Reaktors in Norwegen – hat entschieden, die noch bis 2020 gültige Betriebslizenz für den Forschungsreaktor nicht zu erneuern und die Anlage endgültig ausser Betrieb zu nehmen.

Das IFE hatte im Lichte der bald ablaufenden Betriebslizenz für den norwegischen Forschungsreaktor in Halden im vergangenen Jahr Analysen zum Weiterbetrieb des Forschungsreaktors vorgenommen. Auch finanzielle und betriebliche Gefahren wurden dabei untersucht. Der Vorstand des IFE entschied nun, dass ein Weiterbetrieb für das Institut wirtschaftlich zu grosse Risiken birgt. Der Halden-Reaktor soll deshalb endgültig ausser Betrieb genommen werden. Der Reaktor ist derzeit wegen eines Ventilfehlers abgeschaltet. Der Vorstand entschied, den Reaktor bis zu seiner endgültigen Abschaltung nicht wieder in Betrieb zu nehmen.

Der Betrieb des Forschungsreaktors stellte das IFE nach eigenen Angaben in den letzten Jahren zunehmend vor Herausforderungen. Das Institut habe in den vergangenen sieben Jahren über EUR 18 Mio. (Mio. 21 CHF) Verlust gemacht. Den Grund dafür sieht das IFE hauptsächlich bei der schwierigen Marktsituation. Das Institut erklärte, dass es 2018 auf ausserordentliche Unterstützung vom Staat angewiesen sei.

Das IFE ist als gemeinnützige Stiftung organisiert und hat rund 650 Angestellte. Es forscht und entwickelt in den Bereichen Energie, erneuerbare Energie, digitale Systeme, Radiopharmazie und Kerntechnik. Letzteres macht rund einen Drittel der Forschungsaktivitäten des Instituts aus.

Der Halden-Reaktor ist ein 25-MW-starker, Schwerwasser moderierter Siedewasserreaktor. Er wurde 1959 in Betrieb genommen. Mit dem Reaktor wurden verschiedene Untersuchungen im Rahmen des sogenannten Halden Reactor Project (HRP) durchgeführt, an dem Organisationen aus 20 Ländern beteiligt sind. Die Schweiz ist seit 1992 Mitglied des HRP.

Quelle: 
M.B. nach IFE, Medienmitteilung, 27. Juni 2018