20.03.2020

Oklo: COL für erstes fortgeschrittene Reaktorkonzept in den USA eingereicht

Die amerikanische Oklo Inc. hat bei der Nuclear Regulatory Commission (NRC) für ihr sogenanntes Aurora Powerhouse einen Antrag für eine kombinierte Bau- und Betriebsbewilligung eingereicht. Das junge Unternehmen beschreitet damit in den USA in verschiedener Hinsicht neue Wege.

Die Oklo teilte am 17. März 2020 über seine Facebook-Seite mit, dass sie bei der NRC einen Antrag für eine kombinierte Bau- und Betriebsbewilligung (Combined License, COL) einreicht habe. Für die USA ist dies der erste Antrag dieser Art für ein fortgeschrittenes Reaktorkonzept. Beim Gesuch wurde gemäss Oklo auch zum ersten Mal eine für die NRC völlig neue Struktur angewendet. Es ist des Weiteren auch der erste privat finanzierte Bewilligungsantrag, welcher der Behörde zudem erstmals online übermittelt wurde.

 

Die in Kalifornien ansässige Oklo nahm im November 2016 mit der NRC Arbeiten zur Vorlizenzierung ihres Aurora Powerhouse auf. Im Jahr 2018 erarbeitete die Oklo dann in regem Austausch mit der Behörde eine neue Applikationsstruktur, um die Effizienz und Effektivität für zukünftige Anträge zu verbessern, so das Unternehmen. Caroline Cochran, Chief Operating Officer und Mitbegründerin der Oklo, sagte: «Wir freuen uns aufzeigen zu können, dass ein Antrag für ein neues Reaktorkonzept die bestehenden Vorschriften erfüllen und übertreffen kann, ohne dabei durch Leitlinien behindert zu werden, die seit Jahrzehnten für Kernkraftwerke angewendet werden.» Die NRC hatte in den letzten Jahren eine Reihe von Schritten unternommen, um die wirksame und effiziente Überprüfung von Anträgen für Nicht-Leichtwasser-Technologien zu gewährleisten. CEO und Mitbegründer der Oklo, Jacob DeWitte, meinte: «Wir sind stolz darauf, diesen historischen Meilenstein zu erreichen. Die NRC ist als weltweit führende Nuklearaufsichtsbehörde bereit, eine fortgeschrittene Reaktorauslegung effizient und wirksam zu überprüfen.»

Die Oklo (frühere UPower Technologies) ist ein in Kalifornien ansässiges Unternehmen, das mit fortgeschrittenen Reaktortechnologien saubere, emissionsfreie, zuverlässige und erschwingliche Energie bereitstellen will. Sein erstes Produkt ist das Aurora Powerhouse. Der Kernkraftwerksblock hat eine elektrische Leistung von 1,5 MW. Die Energie liefert ein schneller, mit Flüssigmetall gekühlter und high-assay low-enriched uranium (HALEU) betriebener Reaktor. Der Brennstoff erlaubt längere Betriebszyklen und höheren Abbrand, was bedeutet, dass weniger Brennstoff benötigt und weniger Abfall produziert wird.

Das Department of Energie (DOE) hatte der Entwicklerin am 10. Dezember 2019 die Genehmigung zur Nutzung des Standorts am Idaho National Laboratory (INL) erteilt, damit sie dort einen mit Solarpaneelen bestückten Reaktorblock bauen konnte. Laut Medienberichten soll der erste Reaktorblock der Oklo 2024 den Betrieb aufnehmen.

Die Oklo Inc. hat der amerikanischen Nuklearaufsichtsbehörde Mitte März 2020 den ersten Antrag für kombinierte Bau- und Betriebsbewilligung für ein neues fortgeschrittenes Reaktorkonzept – dem sogenannten Aurora Powerhouse – eingereicht (computergeneriertes Abbildung).
Quelle: Oklo Inc.
Quelle: 
M.B. nach Oklo, Facebook-Mitteilung, und Medienmitteilung, 17. März 2020