11.01.2021

Recyclinganlage für Tritiumgas nimmt Betrieb auf

Nach mehrjähriger Planung hat die MB-Microtec AG aus Niederwangen bei Bern – Herstellerin von selbstleuchtenden Mikro-Gaslichtquellen –eine weltweit einzigartige Recyclinganlage für Tritiumgas in Betrieb genommen.

Die von der MB-Microtec eigens entwickelte Anlage ermöglicht einen sicheren und nachhaltigen Abbau des Isotops Tritium. Für diesen Ansatz wurde die MB-Microtec aus über 240 Unternehmen für den Prix SVC (Swiss Venture Club) Espace Mittelland 2021 nominiert und gehört zu den sechs Finalisten. Der Preis wird am 19. August 2021 verliehen.

Die MB-Microtec ist die Erfinderin der Selbstleuchttechnologie Trigalight, in deren Entwicklung und Herstellung sie global führend ist. Die mit farbigem Zinksulfid beschichteten Glaskapillaren werden durch den Einsatz von Tritium zum Leuchten gebracht. Ihre Leuchtkraft hält ohne externe Energiequelle über Jahrzehnte. Die Technologie wird u.a. in der Sicherheits- und Autoindustrie, in der Luft- und Raumfahrt sowie in der Uhrenbranche eingesetzt.

Bei der Herstellung von Trigalight fällt Abfall an, beispielsweise in Form von Reststücken aus dem Fertigungsprozess. Da diese schwachaktives Tritium enthalten, wurden die Abfälle bisher in gasdichte Zylinder eingeschweisst und zwischengelagert. Die neue Recyclinganlage ermöglicht nun den sicheren und nachhaltigen Abbau des Isotops.

Innovative Recyclinganlage

Die neue Recyclinganlage funktioniert im Prinzip wie die Abwasserreinigung: das Tritium wird aus dem Trigalight extrahiert, dank eines Filters freigesetzt, und kann vollumfänglich wiederverwendet werden. Die Qualität des recycelten Gases ist laut MB-Microtec identisch wie die Qualität von eingekauftem Tritium. Und obwohl relativ grosse Mengen von Tritium verarbeitet werden können, sind die Emissionen vergleichsweise gering.

Die Recyclinganlage der MB-Microtec funktioniert im Prinzip wie die Abwasserreinigung.
Quelle: MB-Microtec
Quelle: 
M.A. nach MB-Microtec, Medienmitteilung, 1. Dezember 2020