01.04.2008

Rumänien plant zweites Kernkraftwerk ab 2020

Zur Sicherung einer nachhaltigen, vom Ausland unabhängigen und wirtschaftlichen Stromversorgung ist für Rumänien der Bau eines zweiten Kernkraftwerks «absolut notwendig», bestätigte Teodor Chirica, Generaldirektor der Societatea Nationala Nuclearelectrica, an einem Seminar über die Implementierung von Energiestrategien in Bukarest.

Die Planung eines weiteren Kernkraftwerks kündigte der rumänische Premierminister, Calin Popescu-Tariceanu, schon im letzten Herbst bei der Inbetriebnahme des Kernkraftwerkblocks Cernavoda-2 an. Einen Schwerpunkt des Seminars, das die Stiftung Finmedia zusammen mit dem Wirtschafts- und Finanzministerium (MEF) am 17. März 2008 organisiert hatte, bildete die Umsetzung der Kernenergiepläne.

Chirica erläuterte in seinem Beitrag zunächst den Stand beim Bau von Cernavoda-3 und -4: Nachdem die Projektträgerschaft und der Bau gesichert seien, müssten jetzt die Einbindung in das nationale Transportnetz für elektrische Energie sowie Verbesserungen der Donauregulierung an die Hand genommen werden, damit das Kraftwerk auch bei extremer Trockenheit über genug Kühlwasser verfüge. Andernfalls sei ein störungsfreier Betrieb der neuen Einheiten nicht gewährleistet. Für das neue Kernkraftwerk mit 2-4 Blöcken, das Rumänien ab 2020 benötige, brauche es einen weiteren Standort.

Wirtschaftsministerium auf Standortsuche

Im Auftrag der Regierung sucht das MEF einen optimalen Standort für das neue Kernkraftwerk. Dabei kann es auf Vorarbeiten der 1980er-Jahre abstellen. Laut Wirtschafts- und Finanzminister Varujan Vosganian stehen zwei Regionen im Vordergrund: Fagaras in Siebenbürgen zwischen Brasov und Sibiu sowie Turnu Magurele an der Donau im Südwesten Bukarests, wo der Fluss die Grenze zu Bulgarien bildet. Sollte der Entscheid für Turnu Magurele fallen, werde Rumänien eine Projektpartnerschaft mit dem Nachbarland suchen, bestätigte Vosganian.

Die Abklärungen sollen noch im laufenden Jahr zum Abschluss kommen. Das Projekt wird laut Vosganian anschliessend ausgeschrieben. Für die Trägerschaft stelle sich die Regierung ein Beteiligungsmodell wie bei Cernavoda-3 und -4 vor.

Quelle: 
P.B. nach Finmedia, Mediendokumentation, 17. März, und Nuclearelectrica, Medienunterlagen, 18.-24. März 2008