Südafrika: Langzeitbetrieb von Koeberg untersucht

Ein Expertenteam der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) hat die Sicherheit der Kernkraftwerkseinheiten Koeberg-1 und -2 für den Langzeitbetrieb untersucht.

18. Sep. 2019

Koeberg-1 und -2 sind Südafrikas einzige Kernkraftwerkseinheiten. Sie nahmen Mitte der 1980er-Jahre den kommerziellen Betrieb auf. Die Betreiberin Eskom Holdings SOC Ltd. plant, die Laufzeit der beiden Druckwasserreaktorblöcke von 40 auf 60 Jahre zu verlängern. Beide Blöcke werden zu diesem Zweck derzeit einer periodischen Sicherheitsüberprüfung unterzogen.

Unabhängig davon hat ein 12-köpfiges Expertenteam der IAEO vom 3. bis 11. September 2019 im Rahmen einer vorbereitenden SALTO-Mission (Safety Aspects of Long-term Operation) die Sicherheit von Koeberg-1 und -2 für den geplanten Langzeitbetrieb unter die Lupe genommen. Das Team identifizierte eine Reihe von guten Verfahren. Darunter fällt beispielsweise die Umsetzung eines Wasserchemieprogramms, das im Einklang mit Sicherheitsstandards der IAEO das Alterungsmanagement für den Langzeitbetrieb unterstützt sowie ein Programm zur Überwachung der Versprödung des Reaktordruckbehälters. Die Fachleute der IAEO gaben der Eskom auch Empfehlungen ab, wie die Vorbereitungen für den Langzeitbetrieb verbessert werden können. Diese betreffen unter anderen die Zurverfügungstellung der zur Umsetzung des Langzeitmanagements nötigen Ressourcen, Mandaten und Verfahren, Korrosionsüberwachung des Stahlcontainments sowie Entwicklung und Implementierung eines Wissensmanagementprogramms.

Der Langzeitbetrieb von Koeberg bis Mitte der 2040er-Jahre ist gemäss Riedewaan Bakardien, Chief Nuclear Officer der Eskom, ein wichtiger Pfeiler der Energiestrategie des Unternehmens. «Die Resultate dieser Mission werden uns helfen, unsere Arbeiten für einen sicheren Langzeitbetrieb in Übereinstimmung mit den IAEO-Sicherheitsstandards abschliessen zu können», erklärte Bakardien.

Das IAEO-Expertenteam händigte nach Abschluss der Pre-SALTO-Mission einen Berichtsentwurf aus, zu dem die Kraftwerksleitung und die Aufsichtsbehörde National Nuclear Regulator (NNR) Stellung nehmen können. Der Endbericht soll der Kraftwerksleitung, der NNR und der Regierung in drei Monaten vorgelegt werden, so die IAEO. Die Kraftwerksleitung sieht vor, Koeberg im September 2021 einer SALTO-Mission unterziehen zu lassen.

Quelle

M.B. nach IAEO, Medienmitteilung, 16. September 2019

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