16.09.2020

Tschernobyl: Warmtests beginnen in der ISF-2

Im Langzeit-Trockenzwischenlager (Interim Spent Fuel Facility, ISF-2) neben dem Kernkraftwerk Tschernobyl sind die Warmtests gestartet worden.

Am 7. September 2020 erteilte das State Nuclear Regulatory Inspectorate of Ukraine (SNRIU) die Betriebsgenehmigung für die ISF-2. Damit konnte am 10. September mit den Warmtests begonnen werden, bei denen 186 ausgediente Brennelemente in das neue Lager überführt werden, wo sie nach ihrer Verarbeitung in Betonspeichermodulen gelagert werden. Die ISF-2 dient als Ersatz für das bestehende Nasslager ISF-1 und gewährleistet eine sichere Lagerung der ausgedienten Brennelemente für mindestens 100 Jahre.

Die Verarbeitung und Lagerung der ausgedienten Brennelemente aus Tschernobyl ist eine der wichtigsten verbleibenden Aufgaben am Standort. Nach dem Reaktorunfall von 1986 bei dem 4 von Tschernobyl zerstörte wurde, wurden nach und nach die mehr als 21’000 Brennelemente der Blöcke 1, 2 und 3 entfernt und ins Nasslager ISF-1 überführt.

Die Gesamtkosten der ISF-2 belaufen sich EUR 400 Mio. Finanziert wird sie vom Nuclear Safety Account (NSA), einem der Fonds bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD).

Quelle: 
M.A. nach SSE ChNPP, Medienmitteilungen, 7. und 10. September 2020