24.03.2020

Türkei: Rolls-Royce und EUAS untersuchen SMR-Bau

Die Rolls-Royce Holdings plc und das staatliche türkische Stromerzeugungsunternehmen EUAS haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um eine Studie zum Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMR) in der Türkei durchzuführen.

Die Absichtserklärung sieht die Erarbeitung einer Studie vor, welche die technischen, wirtschaftlichen, finanziellen und rechtlichen Aspekte des Baus eines SMR umfasst. Zudem soll das Marktpotenzial eines SMR in der Türkei und weltweit untersucht werden. Die Zusammenarbeit zwischen der Rolls-Royce und der EUAS wird laut Rolls-Royce schrittweise über die nächsten zwei Jahren erfolgen.

Der EUAS-Vorstandsvorsitzende Yahya Yılmaz Bayraktarlı erklärte, die Türkei wolle seine Stromversorgung mit Kernenergie diversifizieren. «Die Machbarkeit kleiner modularer Reaktoren ist ein Forschungs- und Entwicklungsthema, das wir kontinuierlich verfolgen.»

Die Rolls-Royce leitet in Grossbritannien ein Konsortium britischer Unternehmen zum Bau des sogenannten UK SMR. Ein solches Kraftwerk soll je nach Konfiguration zwischen 220 und 440 MW bereitstellen und elektrische Energie für 60 GBP/MWh (knapp 8 Rp./kWh) erzeugen. Die weiteren Mitglieder dieses Konsortiums sind die Assystem SA, die Atkins plc, die BAM Nuttall Ltd., die Laing O’Rourke plc, das National Nuclear Laboratory, die Jacobs Engineering Group Inc., das Welding Institute und das Nuclear Advanced Manufacturing Research Centre. Die Komponenten für den geplanten SMR würden laut Rolls-Royce in standardisierten Teileinheiten in Fabriken hergestellt werden, bevor sie zur Montage zu den Standorten transportiert würden. Damit würden niedrigere Vorabkosten und schnellere, vorhersehbare Bau- und Inbetriebnahmezeiten resultieren.

Die Türkei hat im Frühjahr 2018 mit dem Bau ihrer ersten Kernkraftwerkseinheit begonnen. Am Standort Akkuyu in der südtürkischen Provinz Mersin sollen insgesamt vier WWER-1200-Blöcke mit einer Gesamtleistung von 4800 MW errichtet werden.

Quelle: 
M.A. nach Rolls-Royce, Medienmitteilung, 19. März 2020