08.12.2015

Unterstützung bei der Altlastensanierung in Tadschikistan

Ein deutsch-britisches Konsortium führt eine Umweltfolgenabschätzung und eine Machbarkeitsstudie im Norden Tadschikistan durch, wo die Hinterlassenschaften von Uranabbau und -verarbeitung die Umgebung besonders bedroht.

Um Tadschikistan bei seinen Bemühungen zu unterstützen, die Umwelt- und Gesundheitsfolgen durch Uranabbau und -verarbeitung aus sowjetischer Zeit zu beseitigen, schuf die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) im Auftrag der EU einen neuen Fonds. Im Rahmen des Instruments zur Zusammenarbeit im Bereich nukleare Sicherheit (INSC) erarbeitet jetzt ein deutsch-britisches Konsortium eine Umweltfolgenabschätzung und eine Machbarkeitsstudie für das Management und die Sanierung der Hinterlassenschaften aus der Uranproduktion in Tadschikistan. Dabei geht es besonders um die Absetzanlage Degmay und die ehemaligen Abbau- und Aufbereitungseinrichtungen Taboschar im Norden des Landes. Das Konsortium besteht aus der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit mbH (GRS), der Wismut GmbH, der Wisutec Umwelttechnik GmbH, der Amec Foster Wheeler Earth & Environmental UK Ltd. und der G.E.O.S. Ingenieurgesellschaft mbH.

Zunächst wird laut GRS eine Bestandsaufnahme vorgenommen, in der alle für die weitere Arbeit relevanten geologischen, physikalischen, chemischen und radiologischen Daten der Standorte Degmay und Taboschar im Norden Tadschikistans erhoben werden. Dazu werde beispielsweise die Gamma-Ortsdosisleistung auf dem gesamten Anlagengelände ermittelt. Dies erlaube die äussere Strahlenbelastung zu berechnen, die eine Einzelperson an einem bestimmten Ort in einem bestimmten Zeitraum erhalte. Aber auch die Frage, welchen Einfluss die Altlasten aus dem Uranerzabbau bereits jetzt auf die Gesundheit der dort lebenden Bevölkerung und die Umwelt haben, soll untersucht werden.

In einem weiteren Schritt werde ein individuelles Konzept für jeden der Standorte entwickelt, aus dem hervorgehe, wie sich Risiken und mögliche negative Auswirkungen auf Bevölkerung und Umwelt reduzieren liessen. Schwerpunkt bildeten dabei Konzepte zur Sanierung der sogenannten Absetzanlage. Dort wurden die Rückstände aus der Uranerzaufbereitung verwahrt, was zu einer besonders hohen Belastung dieser Bereiche durch konventionelle Schadstoffen und natürlichen Radionuklide führe. Auch ein Konzept zur Überwachung der durch das Projekt initiierten Massnahmen werde Teil der Arbeiten sein. Die Projektlaufzeit beträgt 24 Monate.