21.01.2010

USA: Kernkraftwerk soll Kobalt-60 produzieren

Die amerikanische Nuclear Regulatory Commission (NRC) hat am 19. Januar 2010 einem Pilotprogramm zur Erforschung der Produktion von Kobalt-60 (Co-60) im amerikanischen Kernkraftwerk Clinton in Illinois zugestimmt. Das entsprechende Gesuch hatten die Betreiberin, die Exelon Generation Company, und die Hitachi Nuclear Energy (GEH) eingereicht. In den USA gibt es gegenwärtig keine grossmassstäbliche Produktion dieses wertvollen Radioisotops.

Die NRC hat eine Lizenz-Ergänzung der Exelon zur Co-60-Produktion gutgeheissen. Diese Ergänzung erlaubt es der Exelon, acht modifizierte Brennelemente, die Brennstäbe mit Pellets aus Co-59 enthalten, im Reaktorkern des Kernkraftwerks Clinton-1 (BWR, 1043 MW) einzusetzen. Das Pilotprogramm soll zeigen, wie sich die Brennstäbe während des Betriebs verhalten. Die Exelon will die modifizierten Brennstäbe während des nächsten Revisionsstillstandes einsetzen.

Co-60: vielseitig einsetzbares Radioisotop

Das langlebigste der instabilen Co-Isotope ist Co-60, das mit einer Halbwertszeit von 5,26 Jahren durch Betazerfall zunächst in einen angeregten Zustand von Nickel-60 und anschliessend unter Aussendung von Gammastrahlen in den Grundzustand dieses Nuklids fällt. Aus diesem Grund wird Co-60 als Gammastrahlungsquelle zur Sterilisierung oder Konservierung von Lebensmitteln, zur Materialuntersuchung (Durchstrahlungsprüfung) und in der Krebstherapie verwendet. Die Gewinnung von Co-60 erfolgt durch Neutronenaktivierung aus Co-59, beispielsweise in Kernreaktoren.

Quelle: 
D.S. nach NRC und GEH, Medienmitteilungen, 19. Januar 2010