10.01.2020

Weitere vier Laufzeitverlängerungen in Russland

Im Dezember 2019 hat die russische Nuklearaufsichtsbehörde Rostechnadsor die Betriebsbewilligungen der Kernkraftwerkseinheiten Kola-2, Bilibino-2, Smolensk-3 und Nowoworonesch-4 verlängert.

Die Kernkraftwerkseinheit Kola-2 vom Typ WWER-440/V230 kann weitere 15 Jahre – bis 2034 – Strom erzeugen. Sie ist seit 1974 in Betrieb. Der Staatskonzern Rosatom investierte nach eigenen Angaben rund RUB 4,5 Mrd. (rund CHF 72 Mio.) in Modernisierungsarbeiten, um den Betrieb von Kola-2 nochmals verlängern zu dürfen. Die drei anderen Einheiten an diesem Standort südlich von Murmansk, hatten bereits früher Laufzeitverlängerungsbewilligungen erhalten: Kola-1 bis 2033, Kola-3 bis 2036 und Kola-4 bis 2039.

Im Dezember 2019 hat die russische Nuklearaufsichtsbehörde Rostechnadsor vier Laufzeitverlängerungsgesuche gutgeheissen. Darunter diejenige von Kola-4 (im Bild).
Quelle: Rosenergoatom

Der Betrieb von Bilibino-2 wurde um weitere sechs Jahre verlängert. Damit kann der wassergekühlte, graphitmoderierte Block, der seit 1974 Strom erzeugt, bis 2025 am Netz bleiben. Bilibino-1 ist Anfang 2019 stillgelegt worden. Die Laufzeitverlängerungen von Bilibino-3 und -4 werden laut der Betreiberin Rosenenergoatom derzeit vorbereitet.

Die Laufzeitverlängerung von Smolensk-3 gilt bis 2034. Damit wird der wassergekühlte, graphitmoderierte Block 45 statt der ursprünglich ausgelegten 30 Jahre am Netz bleiben können. Am Standort Smolensk sind zwei weitere solche Einheiten in Betrieb, deren Bewilligung vor einigen Jahren ebenfalls um 15 Jahre verlängert worden waren: Smolensk-1 bis 2027 und Smolensk-2 bis 2030.

Nach Abschluss umfangreicher Nachrüstarbeiten wurde die Laufzeit von Nowoworonesch-4 zum zweiten Mal verlängert. Damit kann die Einheit vom Typ WWER-440/V-179 insgesamt 60 Jahre – bis 2032 – in Betrieb bleiben.

Zwischen 2001 und 2019 wurde die Betriebsdauer von 27 russischen Kernkraftwerkseinheiten verlängert. Drei davon sind in der Zwischenzeit stillgelegt worden.

Quelle: 
M.A. nach Rosenergoatom, Medienmitteilungen, 17, 20. und 27. Dezember, sowie Rosatom, Medienmitteilungen, 17. und 30 Dezember 2019