02.12.2016

Weltweit erstes Tiefenlager für hochradioaktive Abfälle kurz vor Baubeginn

Die finnische Radiation and Nuclear Safety Authority (Stuk) hat am 25. November 2016 der Baubewilligung für ein Tiefenlager für ausgediente Brennelemente in Olkiluoto zugestimmt. Damit können die Bauarbeiten für das weltweit erste Tiefenlager für solche Abfälle beginnen.

Die Regierung Finnlands erteilte im November 2015 die Bewilligung zum Bau eines Tiefenlagers für ausgediente Brennelemente in der Nähe des Kernkraftwerks Olkiluoto. Eine solche Bewilligung bedarf gemäss dem finnischen Kernenergiegesetz der Überprüfung und Zustimmung durch die Stuk, welche die Behörde nun der finnischen Entsorgungsgesellschaft Posiva Oy erteilt hat. Die Stuk überprüfte unter anderem die Organisation der Posiva. Im Fokus standen dabei das Projektmanagement, Qualitätssicherungsprozesse, die Sicherheitskultur sowie Planungs- und Auslegungsaktivitäten. Daneben wurden auch Tiefbautechniken, Überwachung der Baueinflüsse und die Sicherungsmassnahmen für Kernmaterialien untersucht.

Mit der Zustimmung der Stuk können nun die Bauarbeiten für das Tiefenlager beginnen. Die Posiva unterzeichnete im Hinblick darauf mit dem finnischen Bauunternehmen YIT Construction Ltd. einen Vertrag im Wert von rund EUR 20 Mio. (CHF 21,5 Mio.). Die YIT soll noch im Dezember 2016 mit Ausbrucharbeiten beginnen. Das Unternehmen wird in den kommenden zweieinhalb Jahren den ersten Hauptstollen sowie den Fahrzeug-Zugangsstollen zum Hauptstollen ausbrechen. Zudem wird es verschiedene Ausbrucharbeiten für Einrichtungen vornehmen, die für die Handhabung der Lagerbehälter im über 400 m tief gelegenen Lager nötig sind. Dazu zählen die Behälterannahmestelle sowie Hebevorrichtungen.

Die geologischen Verhältnisse und die Eignung des Gesteins beim Standort nahe dem Kernkraftwerk Olkiluoto sind seit Jahren eingehend erforscht worden. Seit Ende 2012 betreibt die Posiva vor Ort das Felslabor Onkalo, wo auch das Lager zu liegen kommt. Am gleichen Standort ist seit 1992 ein geologisches Lager für schwach- und mittelaktive Abfälle in Betrieb.

Quelle: 
M.B. nach Posiva und YIT, Medienmitteilungen, 29. November, sowie Stuk, Medienmitteilung, 30. November 2016