14.03.18

Russland: Leningrad-II-1 am Netz

Russische Nukleartechnik drängt in den internationalen Markt
Anfang März 2018 ist das russische Kernkraftwerk Leningrad-II-1 mit dem Stromnetz verbunden worden. In Russland sind somit 37 Werke in Betrieb, 5 in Bau und 20 weitere geplant. Die russische Nuklearindustrie ist auch international aktiv.

Das Kernkraftwerk Leningrad-II-1 hat am 9. März 2018 erstmals Strom ans Netz abgegeben. Der Reaktor vom fortgeschrittenen russischen Typ WWER-1200 verfügt über eine Nettoleistung von 1085 Megawatt und entspricht damit in etwa dem Schweizer Kernkraftwerk Gösgen. Anfangs Dezember 2017 sind die ersten Brennelemente geladen worden und am 6. Februar 2018 erreichte der Reaktor erstmals eine selbsterhaltende Kettenreaktion. Am Standort Leningrad, rund 70 km westlich von St. Petersburg, stehen bereits vier Werke mit einer Leistung von je rund 900 Megawatt in Betrieb. Drei weitere Einheiten des neuen Typs WWER-1200 sind in Bau.

Russland baut auch im Ausland
Mit der Netzsynchronisation von Leningrad-II-1 produzieren in Russland inzwischen 37 Kernkraftwerke Strom. Insgesamt sind in Russland 5 Werke in Bau und 20 weitere geplant. Unter anderem baut Russland schwimmende Kernkraftwerke für die Versorgung abgelegener Küstenregionen in Sibirien mit Strom und Wärme.

Weltweit sind derzeit fast 450 Kernkraftwerke in Betrieb, 56 in Bau und rund 140 geplant. Der russische Staat und russische Unternehmen sind international aktiv und an verschiedenen Projekten als Technologielieferanten, Berater oder Finanzierungspartner beteiligt. Reaktoren russischer Bauart stehen zum Beispiel in Bangladesch, China, Indien, in der Slowakei und in Weissrussland in Bau. In Ägypten, Finnland, Indien, Iran, der Türkei und Ungarn sind Neubauprojekte mit russischen Reaktoren geplant. Zudem prüfen die Philippinen und verschiedene afrikanische Staaten den Atomeinstieg mit Unterstützung aus Russland.

Kontakt: 

Matthias Rey, Media Relations
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