Nuklearmedizin: Jetzt Weichen für Versorgung und Innovation stellen

Innovationsallianz Nuklearmedizin Schweiz legt White Paper vor

Die Schweiz gehört in der Nuklearmedizin heute zur europäischen Spitze. Damit Patientinnen und Patienten auch künftig rasch Zugang zu innovativer Diagnostik und Therapie erhalten und die Schweiz als Forschungs- und Produktionsstandort wettbewerbsfähig bleibt, braucht es jetzt aber gezielte politische und regulatorische Weichenstellungen. Das zeigt ein neues White Paper, das heute in Bern von der Innovationsallianz Nuklearmedizin Schweiz vorgestellt wurde.

16. März 2026
whitepaper NukMed
Die Innovationsallianz Nuklearmedizin hat ein White Paper vorgelegt, das verschiedene Handlungsfelder identifiziert.
Quelle: Executive Insights AG

Die Autorinnen und Autoren des White Papers halten fest: Die gute Ausgangslage ist kein Garant für eine ausreichende Patientenversorgung in der Zukunft. Die hohe Komplexität entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Forschung und Entwicklung über Zulassung und Vergütung bis hin zu Produktion, Logistik, Behandlungs- und Entsorgungskapazitäten – kann Innovation bremsen und den Zugang für Patientinnen und Patienten verzögern.

Im Zentrum des White Papers stehen fünf prioritäre Handlungsfelder:

  • Forschung & Entwicklung national priorisieren:
    Die Nuklearmedizin soll strategisch verankert und in zentrale Programme sowie Förderinstrumente aufgenommen werden.
  • Regularien harmonisieren:
    Vorgaben und Prozesse sind stärker an die Besonderheiten von Radiopharmazeutika anzupassen, um Planungssicherheit zu schaffen und effiziente Abläufe zu ermöglichen.
  • Finanzierung modernisieren:
    Es braucht einen Finanzierungspfad ausserhalb des heutigen Pauschalsystems, damit Radiopharmazeutika nach Swissmedic-Zulassung zeitnah und kostendeckend eingesetzt werden können – stationär wie ambulant.
  • Lieferketten resilient machen:
    Abhängigkeiten sind zu reduzieren und die stabile Versorgung mit Radionukliden und Radiopharmazeutika langfristig abzusichern.
  • Infrastruktur und Fachkräfte stärken:
    Investitionen in Kapazitäten, Ausbildung, Behandlung und Entsorgung sind ebenso erforderlich wie eine systematische Verbesserung der Patientenerfahrung.


«Die Weichen müssen jetzt gestellt werden – für eine zukunftsfähige Patientenversorgung und einen starken Innovationsstandort Schweiz», unterstreicht der Präsident des Nuklearforums, Hans-Ulrich Bigler.

Als nächster Schritt ist 2026 die Gründung einer Sektion Nuklearmedizin im Nuklearforum Schweiz vorgesehen, um die Zusammenarbeit der zentralen Akteure zu verstetigen und die Umsetzung der Empfehlungen voranzutreiben.

Die Vision und Empfehlungen wurden in einem breit abgestützten Prozess erarbeitet. In Roundtables und strukturierten Einzelinterviews brachten Expertinnen und Experten aus Behörden, Spitälern, Forschung, Industrie, Dachverbänden und Patientenorganisationen ihre Perspektiven ein. Initiatorin des White Papers ist die Innovationsallianz Nuklearmedizin Schweiz. Sie wurde 2025 von der Abteilung für Nuklearmedizin und molekulare Bildgebung des Universitätsspitals Lausanne (CHUV), der Novartis Pharma Schweiz AG und dem Nuklearforum Schweiz gegründet. Die Allianz setzt sich dafür ein, dass in der Schweiz ein innovationsfreundliches, international führendes Ökosystem für die Nuklearmedizin entsteht und dass Patientinnen und Patienten den Zugang zu innovativen nuklearmedizinischen Ansätzen möglichst rasch erhalten.

Bedeutung der Nuklearmedizin in der Krebsbehandlung

Krebserkrankungen sind eine zentrale Herausforderung für die Schweiz: Rund 48’000 Menschen erkranken jedes Jahr neu, und etwa ein Viertel aller Todesfälle ist auf Krebs zurückzuführen. Die Nuklearmedizin leistet hier einen wachsenden Beitrag – mit präziser Bildgebung, besserer Therapieplanung und neuen, zielgerichteten, gut verträglichen Behandlungsansätzen. Besonders dynamisch entwickelt sich die Radioligandentherapie. Sie verbindet ein Transportmolekül, das Tumorzellen gezielt ansteuert, mit einem radioaktiven Isotop, das das Tumorgewebe lokal schädigt, das gesunde Gewebe bleibt aber weitgehend geschont. Diese Therapieform wird zunehmend als zusätzliche Säule der Onkologie verstanden. Weltweit laufen zahlreiche Studien, welche das Potenzial auf weitere Krebsindikationen ausweiten könnten. Damit eröffnet die Nuklearmedizin neue Perspektiven für Patientinnen und Patienten und stärkt zugleich die Innovationskraft der Schweiz.

Kontakt

Stefan Diepenbrock, Leiter Kommunikation, stefan.diepenbrock@nuklearforum.ch  
Matthias Rey, Media Relations, matthias.rey@nuklearforum.ch
 
Nuklearforum Schweiz, Frohburgstrasse 20, 4600 Olten
Tel.: +41 (0)31 560 36 50

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