Umfrage: AKW-Diskussion bremst Ausbau der erneuerbaren Energien nicht

Bevölkerung beim Gegenvorschlag zur Blackout-Initiative nahezu gespalten

Die Diskussion über neue Kernkraftwerke steht dem Ausbau der erneuerbaren Energien in der Schweiz nicht im Weg. Eine neue repräsentative Umfrage zeigt, dass die Debatte über mögliche neue AKW Investitionen in erneuerbare Energien kaum beeinflusst und damit der häufig geäusserten Kritik widerspricht, die AKW-Diskussion könne den Ausbau der erneuerbaren Energien bremsen. Gleichzeitig zeigt sich beim indirekten Gegenvorschlag des Bundesrats zur Blackout-Initiative, der das gesetzliche Neubauverbot für Kernkraftwerke aufheben würde, ein nahezu ausgeglichenes Meinungsbild in der Bevölkerung.

9. März 2026
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Quelle: Fauxels/Pexels

Die aktuelle Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts DemoSCOPE im Auftrag des Nuklearforums Schweiz zeigt: Die Investitionsbereitschaft in erneuerbare Energien zeigt insgesamt ein gemischtes Bild. 44% der Befragten geben an, dass sie in den nächsten fünf Jahren eher oder sehr wahrscheinlich in erneuerbare Energien investieren wollen. 49% halten Investitionen dagegen für eher oder sehr unwahrscheinlich.

44% der Befragten, die sich vorstellen könnten, in erneuerbare Energien investieren, geben an, dass die AKW-Diskussion ihre Bereitschaft erhöht, in erneuerbare Energien zu investieren. 50% sehen keinen Einfluss, während nur 4% einen bremsenden Effekt wahrnehmen.

Umfrage Ergebnis
Die AKW-Diskussion ist nur für einen ganz kleinen Teil der Befragten der Hauptgrund gegen eigene Investitionen in erneuerbaren Energien.
Quelle: Nuklearforum Schweiz

Hauptgründe gegen Investitionen in erneuerbare Energien sind praktische und wirtschaftliche Faktoren: fehlende Möglichkeiten oder persönliche Voraussetzungen (63%), Kosten und Wirtschaftlichkeit (52%) sowie unklare Förderbedingungen (40%). Die Diskussion um neue Kernkraftwerke wird zwar ebenfalls genannt, spielt aber mit 35% insgesamt eine deutlich geringere Rolle. (Bei dieser Frage waren mehrere Antworten möglich).

Das zeigt sich besonders beim wichtigsten Einzelgrund gegen Investitionen: Nur rund 3% der Befragten nennen die AKW-Diskussion als Hauptgrund, während deutlich häufiger fehlende Möglichkeiten (38%), Kosten bzw. Wirtschaftlichkeit (19%) oder fehlendes Interesse (16%) ausschlaggebend sind.

Ausgeglichenes Meinungsbild zum AKW-Neubauverbot

Auch zur energiepolitischen Grundsatzfrage wurde Stellung genommen: Beim indirekten Gegenvorschlag zur Blackout-Initiative, der das gesetzliche Neubauverbot für Kernkraftwerke aufheben würde, zeigt sich ein nahezu ausgeglichenes Bild. 47% der Befragten sind dafür, 49% dagegen.

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La population suisse reste divisée sur la question de savoir si l'interdiction légale de construire de nouvelles centrales nucléaires doit être levée.

«Die Ergebnisse zeigen klar: Investitionen in erneuerbare Energien hängen in erster Linie von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und praktischen Möglichkeiten ab und nicht von der energiepolitischen Debatte über Kernkraftwerke», sagt Hans-Ulrich Bigler, Präsident des Nuklearforums Schweiz. «Die Diskussion über neue Kernkraftwerke steht dem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht im Weg.»

Anmerkung: Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut DemoSCOPE hat im Auftrag des Nuklearforums Schweiz insgesamt 1016 Personen in der Deutsch- und Westschweiz im Rahmen einer Online-Mehrthemenbefragung mittels CAWI (Computer Assisted Web Interviewing) befragt. Befragungszeitraum war vom 18. Februar bis 3. März 2026. Die Messgenauigkeit beträgt max. ±3.1% bei 95% Sicherheit.

Kontakt

Stefan Diepenbrock, Leiter Kommunikation, stefan.diepenbrock@nuklearforum.ch  
Matthias Rey, Media Relations, matthias.rey@nuklearforum.ch
 
Nuklearforum Schweiz, Frohburgstrasse 20, 4600 Olten
Tel.: +41 (0)31 560 36 50

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