1999: Produktion der Schweizer Kernkraftwerke zum fünften Mal in Folge über 23 Milliarden Kilowattstunden

Im Kalenderjahr 1999 produzierten die Schweizer Kernkraftwerke Beznau-I und -II, Mühleberg, Gösgen und Leibstadt zum fünften Mal in Folge über 23 Milliarden Kilowattstunden elektrischen Strom. Die beiden Werke Mühleberg und Leibstadt verzeichneten dabei eine Höchstproduktion. Auch mit ihrer Gesamtproduktion (Strom und Fernwärme) von 23,62 Mrd. kWh übertrafen die Kernkraftwerke zum fünften Mal die 23-Milliarden-Kilowattstunden-Marke. Die reine Stromproduktion ging gegenüber dem Vorjahr leicht zurück und lag mit 23,53 Mrd. kWh rund 3,4% unter dem 1998er-Rekord-Ergebnis von 24,37 Mrd. kWh.

31. Jan. 2000

Zusätzlich zur Stromproduktion lieferten die Kernkraftwerke Gösgen (KKG) und Beznau (KKB-I und -II) Fernwärme. Über die Heissdampfleitung bezog die Kartonfabrik Niedergösgen (Kani) aus dem benachbarten KKG rund 169 Mio. kWh Prozesswärme. Die beiden Blöcke des Kernkraftwerks Beznau versorgten ihrerseits das regionale Fernwärmenetz Refuna mit rund 144 Mio. kWh thermischer Energie. Durch diese Wärmeabgaben reduzierte sich die Stromproduktion beim KKG um 64,3 Mio. kWh, beim KKB-I um 16,9 Mio. kWh und beim KKB-II um 2,0 Mio. kWh. Die Nettoproduktion der Schweizer Kernkraftwerke, die Summe der erwähnten Nettostromproduktion und der Minderstromproduktion in Folge der Fernwärmeabgabe, belief sich auf 23,62 Mrd. kWh gegenüber 24,45 Mrd. kWh im Vorjahr. Die jährlichen Schwankungen beruhen unter anderem auf unterschiedlich langen Stillstandszeiten während der Jahresrevisionen.
Im vergangenen Jahr produzierten zwei der fünf Kernkraftwerksblöcke mehr Energie als je zuvor: Das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) und das Kernkraftwerk Mühleberg (KKM). Bei praktisch störungsfreiem Betrieb verzeichnete das KKL unter anderem durch die Erhöhung der Nettoleistung von 1030 auf 1080 MW einen neuen Rekord. Zum guten Resultat trug auch die mit 26 Tagen (wie 1998) kürzeste Jahresrevision des Werks bei, das am 15. Dezember seit 15 Jahren im Dauerbetrieb stand. Das KKM erreichte die neue Höchstmarke in seinem 27. Betriebsjahr, was die Zuverlässigkeit der Anlage unter Beweis stellt.
Im Kernkraftwerk Gösgen (KKG) ist die Minderproduktion gegenüber 1998 auf eine längere Jahresrevision und auf eine zusätzliche geplante Abstellung der Anlage zum Austausch eines Generator-Dichtrings zurückzuführen. Im Kernkraftwerk Beznau (KKB) wurde 1999 sowohl in Block 1 als auch in Block 2 eine Revisionsabstellung durchgeführt, was im Vergleich zu den Vorjahren, in denen jeweils nur einer der beiden Blöcke für die Revision abgeschaltet wurde, zu einer tieferen Produktion führte. Die Abschaltung im Block 2 dauerte zudem wegen des geplanten Austausches der beiden Dampferzeuger mit 89 Tagen wesentlich länger als üblich.
Die gesamthaft sehr guten Ergebnisse widerspiegeln den einwandfreien Zustand des Kernkraftwerkparks sowie die gute Betriebsführung in den einzelnen Anlagen. Insgesamt erreichten die Schweizer Kernkraftwerke eine sehr gute durchschnittliche Arbeitsausnutzung (bezogen auf die Gesamt-Nettoleistung von 3127 MW im Jahr 1999) von 86,5%. Die Arbeitsausnutzung gibt das prozentuale Verhältnis zwischen der von der Anlage tatsächlich erzeugten Energie (Nettoproduktion) und der bei durchgehendem Volllastbetrieb theoretisch produzierbaren Energie an.
Leibstadt (1080 MW, BWR) produzierte im Berichtsjahr netto 8'319'987 MWh (Vorjahr 8'046'205) Strom bei einer Arbeitsausnutzung von 88,03%. Gösgen (970 MW, PWR) verzeichnete eine Nettoproduktion von 7'533'930 MWh (7'839'730) und erreichte eine Arbeitsausnutzung von 89,3%. Für Beznau-I (365 MW, PWR) lauten die entsprechenden Werte 2'841'266 MWh (3'183'126) und 89,1%, für Beznau-II (357 MW, PWR) 2'217'194 MWh (2'717'822) und 71,1%. Mühleberg (355 MW, BWR) produzierte netto 2'702'818 MWh (2'659'695) und erreichte eine Arbeitsausnutzung von 86,6%.
Die hier angegebenen Zahlen basieren auf den im SVA-Bulletin laufend publizierten Monatsergebnissen der schweizerischen Kernkraftwerke.

Quelle

H.R.

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