Baden-Württemberg: ausgewogener Energiemix angestrebt
Der Energiebericht 2007 des deutschen Bundeslands Baden-Württemberg zeigt deutlich auf, dass ein Festhalten an der Laufzeitverkürzung für Kernkraftwerke auf Bundesebene in Baden-Württemberg in den nächsten 15 Jahren zu ernsthaften Versorgungsschwierigkeiten führt.

Es sei klar, dass die erneuerbaren Energieträger in absehbarer Zeit alleine nicht in der Lage wären, eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung zu gewährleisten, sagte Wirtschaftsminister Ernst Pfister am 14. September 2007 beim Vorstellen des Energieberichts 2007. Vielmehr sei in Baden-Württemberg weiterhin ein diversifizierter Energiemix erforderlich, der ausdrücklich auch die Kernenergie beinhalte. Diesen Standpunkt werde die Landesregierung auch im energiepolitischen Handlungskonzept 2020 vertreten, das derzeit unter Federführung des Wirtschaftsministeriums erarbeitet werde. Darin werde deutlich aufgezeigt, dass das vom Atomkonsens vorgegebene Abschalten der Kernkraftwerke aus Sicht des Klimaschutzes kontraproduktiv sei und gleichzeitig die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg gefährde. Pfister präzisierte: «Wir gehen für das Jahr 2012 von einer Versorgungslücke im Land von fast 2000 MW aus, wenn die beiden Kernkraftwerke Neckar-1 und Philippsburg-1 wie vorgesehen abgeschaltet werden. Dieser Ersatzbedarf wird, wenn es beim Zeitplan für den Atomausstieg bleibt, im Jahr 2030 auf rund 7500 Megawatt ansteigen. Hierbei ist die Nutzung von Einsparpotenzialen bereits berücksichtigt. Deshalb bleibt die Frage: Wenn wir im Jahr 2020 rund 20% der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien decken und im Jahr 2030 rund 30%, wo kommen dann die restlichen 80% im Jahr 2020 bzw. 70% im Jahr 2030 her?»
Mehr Sachlichkeit nötig
Die nicht enden wollende Debatte um den Beschluss zum Ausstieg aus der Kernenergie und die neuerdings erhobene Forderung, auch auf Kohlekraftwerke zu verzichten, liessen befürchten, dass in der energiepolitischen Diskussion zunehmend der Bezug zur Realität verloren zu gehen drohe, warnt Pfister im Vorwort des Energieberichts. Er erhofft sich, dass der Bericht durch seine objektiven Informationen dazu beiträgt, die energiepolitischen Diskussionen zu versachlichen.
Quelle
M.A. nach Baden-Württemberg, Pressemitteilung, 14. September 2007, und Energiebericht 2007