Blykalla plant zweiten SMR-Standort in Schweden

Der schwedische Reaktorentwickler Blykalla treibt seine Ausbaupläne weiter voran. Das Unternehmen hat bei der schwedischen Regierung den Antrag für einen zweiten Standort mit fortschrittlichen modularen Kernreaktoren eingereicht. Geplant ist ein Reaktorpark in der Gemeinde Tierp nördlich von Stockholm mit bis zu acht bleigekühlten Reaktoren und einer elektrischen Gesamtleistung von bis zu 440 MW.

31. Aug. 2026
Romina Pourmokhtari und Jacob Stedman
Schwedens Umwelt- und Klimaministerin Romina Pourmokhtari und der CEO von Blykalla, Jacob Stedman.
Quelle: Blykalla

Es handelt sich bereits um den zweiten Antrag des Unternehmens innerhalb weniger Monate. Im Mai 2026 hatte Blykalla einen ersten Reaktorpark im schwedischen Norrsundet mit sechs Reaktoren und einer Leistung von 330 MW beantragt. Mit den beiden Projekten verfolgt das Unternehmen das Ziel, neue Kernkraftwerke auch ausserhalb der traditionellen Kernkraftwerksstandorte zu errichten und insbesondere den steigenden Strombedarf von Industrie und Elektrifizierung zu decken.

Blykalla entwickelt den bleigekühlten Reaktortyp SEALER, der zur Gruppe der Advanced Modular Reactors (AMR) gehört. Die Reaktoren sollen kompakt gebaut, serienmässig gefertigt und schrittweise entsprechend dem Strombedarf erweitert werden können. Unternehmenschef Jacob Stedman erklärte, man identifiziere laufend weitere Standorte, an denen fortschrittliche Kernenergie den grössten Nutzen bringen könne. Die Technologie ermögliche es, Kernenergie «dort zu bauen, wo sie gebraucht wird, näher an der Industrie und auch an Standorten, die für herkömmliche Kernkraftwerke bislang nicht infrage kamen».

Der neue Antrag unterstreicht die ambitionierten Pläne Schwedens beim Ausbau der Kernenergie. Die Regierung hat in den vergangenen Jahren die gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst und neue Finanzierungsinstrumente geschaffen, um den Bau neuer Kernkraftwerke zu erleichtern. Mehrere Unternehmen verfolgen inzwischen konkrete Projekte mit grossen Reaktoren oder Small Modular Reactors (SMR).

Mit der Einreichung des Standortantrags beginnt nun das schwedische Bewilligungs- und Prüfverfahren. Einen konkreten Zeitplan für den Bau oder die Inbetriebnahme des zweiten Reaktorparks hat Blykalla noch nicht genannt.

Quelle

S.D. nach NucNet, 25. August 2026

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