Cameco: in den Startlöchern

Milliarden-Investitionen in neue nukleare Anlagen dürften die Nachfrage nach Uran erhöhen. Davon profitieren die weltgrössten Uranförderer wie Cameco. Grund genug, den Fokus auf das kanadische Unternehmen zu richten.

25. Mai 2010

Der Rohstoff Uran sei ein begehrtes Gut, heisst es. Kurzfristig ist davon an den Rohstoffmärkten jedoch wenig zu spüren. Das Pfund Uranoxid notiert derzeit zwischen USD 40 und 45 (CHF 43 und 48) – ein Niveau, das bereits im Frühjahr 2006 erreicht wurde. Damals beschleunigte sich der Aufwärtstrend, unter anderem auch aufgrund spekulativer Käufe von Finanzgesellschaften. Mitte 2007 erreichte der Uranpreis den Höchststand bei knapp USD 140 (CHF 150). Übrigens: Wie die Insolvenzrichter im Fall von Lehman Brothers feststellten, hatte auch die US-Investmentgesellschaft Uran gebunkert.

Trotz der aktuellen Zäsur werde der Uranpreis langfristig ansteigen, lautet die vorherrschende Meinung der Rohstoffexperten. Schliesslich sind gegen 500 neue Kernkraftwerke im Bau oder geplant. Cameco-CEO Jerry Grandey spricht von einer glänzenden Zukunft. Grandey im Originalton: «We are among the world’s largest players in a market where demand is growing, and it is clear there will be a shortage of supply.»

Zum einen stützt sich Grandey auf die Prognosen der OECD. So werde das Bevölkerungswachstum und die industrielle Entwicklung bis ins Jahr 2030 zu einer Verdoppelung der Strombedarfes führen. «Gleichzeitig werden den Regierungen, Medien und Konsumenten die Gefahren der Luftverschmutzung und des Klimawandels sowie die Bedeutung der emissionsarmen Stromquellen bewusst.» Kenenergie sei eine erschwingliche und saubere Energie. China werde bis 2019 mindestens 42 neue Reaktoren bauen; in Indien seien es im selben Zeitraum 13 Reaktoren.

Jerry Grandey verweist schliesslich auf die konkreten Pläne in Grossbritannien und das absehbare Ende der Stagnation in den USA. Künftig würden die primären Quellen aus den Minen wichtiger; da die sekundären Quellen – vor allem aus militärischen Beständen – begrenzt seien.

Cameco ist hinter Rio Tinto der zweitgrösste Rohstoffproduzent für die Nuklearindustrie. Cameco setzte im vergangenen Jahr USD 2,315 Mrd. (CHF 2,49 Mrd.) um; das bedeutet ein Wachstum von 6%. Das Unternehmen mit rund 1800 Beschäftigten produziert derzeit 15% der jährlichen Minenproduktion. Cameco entstand 1988 durch die Fusion der Eldorado Mining and Refining Limited und der Saskatchewan Mining Development Corporation. Der Konzern betreibt Uranminen in Nordamerika und Kasachstan sowie Raffinerien zur Urananreicherung.

Cameco plant, die Uranförderung bis 2018 zu verdoppeln. Die Wichtigkeit der Schwellenländer unterstreicht die Tatsache, dass Cameco neu auch in Indien mit einem Marketing-Office vertreten ist. Solche Niederlassungen befinden sich ferner in Grossbritannien und in der Schweiz (Zug).

Derzeit wird Cameco an der Börse auf CHF 10,7 Mrd. bewertet. Das deutet auf eine moderate Bewertung hin, denn das Kurs-/Gewinnverhältnis beträgt 21 (für Gewinnschätzung 2010) oder 16 (Gewinnschätzung 2011). Cameco ist im WNA Nuclear Energy Index das achtgrösste Unternehmen mit einem Gewicht von 2,9%. Die Aktie wird an verschiedensten Börsenplätzen gehandelt, unter anderen in New York, Toronto, Frankfurt und Düsseldorf (ISIN: CA13321L1085).

Zahlreiche Analysten teilen die optimistischen Erwartungen der Cameco-Manager. So zum Beispiel Brian McArthur, Analyst der UBS. Er stuft die Aktie von Cameco mit «buy» ein.

Quelle

Hans Peter Arnold

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