Cern: letztes Element des Teilchendetektors montiert

Am 22. Januar 2008 wurde die letzte Scheibe der gigantischen Endkappe des Teilchendetektors Compact Muon Solenoid (CMS) in die unterirdische Kaverne der Europäischen Organisation für Kernforschung (Cern) in Genf hinuntergelassen und montiert.

3. Feb. 2008
Die 15. und letzte Scheibe der gigantischen Endkappe des Teilchendetektors Compact Muon Solenoid (CMS) ist in die unterirdische Kaverne des Cern hinuntergelassen und montiert worden.
Die 15. und letzte Scheibe der gigantischen Endkappe des Teilchendetektors Compact Muon Solenoid (CMS) ist in die unterirdische Kaverne des Cern hinuntergelassen und montiert worden.
Quelle: Cern, Maximilien Brice

Im Sommer 2008 sollen die ersten Protonkollisionen mit dem Large Hadron Collider (LHC) erzeugt und mit dem CMS-Experiment registriert werden. Die jetzt fertig installierte Endkappe des CMS wiegt rund 1430 Tonnen und enthält empfindliche Detektoren, welche die Bahnen und Energien der Teilchen, die bei den Kollisionen frei werden, identifizieren und messen.

15 Teile in Kaverne versenkt

«Das Vorgehen beim Bau des CMS ist einmalig», erklärte Austin Ball, Technischer Koordinator des CMS. Jedes der 15 Bauteile wurde oberirdisch in einer grossen Halle gebaut und innerhalb der letzten 14 Monate mit einem Spezialkran 100 Meter tief in die Kaverne hinab gesenkt, wo das CMS-Experiment aufgebaut wurde. Mit dem Einbau des letzten Teils endet die acht Jahre dauernde Arbeit in der Montagehalle. Laut Cern hat dieses Vorgehen mehrere Vorteile: Während über Tag am Detektor gebaut wurde, konnte gleichzeitig unter Tag die Kaverne ausgebrochen werden. Zudem sei die Arbeit über Tag sicherer, und die Detektorelemente konnten getestet werden, ehe sie in den Untergrund versenkt wurden.

Grosses Gemeinschaftswerk

Am CMS arbeiteten über 2500 Wissenschafter aus 180 Instituten und 38 Ländern. Im Sommer 2008 soll in der grössten und komplexesten Forschungsanlage, die je gebaut worden ist, mit der Datenaufzeichnung begonnen werden. Von diesen Daten versprechen sich die Physiker neue fundamentale Erkenntnisse in der Teilchenphysik, die auch eng mit Fragen der Kosmologie verbunden sind. Mit den Experimenten am LHC wollen die Forscher unter anderem die Frage nach der Natur der Masse beantworten, der mysteriösen fehlenden Masse und der dunklen Energie im Universum nachspüren und herausfinden, weshalb die Natur die Materie der Antimaterie vorzieht.

Quelle

M.A. nach Cern, Pressemitteilung, 22. Januar, und ETH Life, 29. Januar 2008

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