Dänemark erwägt nach 40-jährigem Verbot die Rückkehr zur Kernenergie
Dänemark prüft seit Jahrzehnten erstmals wieder die Nutzung der Kernenergie zur Energieerzeugung. Das Klima-, Energie- und Versorgungsministerium teilte mit, dass das Land den möglichen Einsatz kleiner, modularer Reaktoren (SMRs) im Rahmen einer staatlichen Analyse untersucht.

Das dänische Parlament, das 1985 für ein Verbot der Nutzung von Kernenergie zur Stromerzeugung in Dänemark gestimmt hatte, entschied Anfang 2025 mit einer Zweidrittelmehrheit, neue Kernkrafttechnologien als mögliche Energiequelle zu prüfen. In einer Medienmitteilung teilte das dänische Klima-, Energie- und Versorgungsministerium am 22. Januar 2026 mit, dass die Rahmenbedingungen und Grundlagen «für die Untersuchung der Potenziale und Risiken neuer Kernkrafttechnologien und die Aufhebung des Verbots in Dänemark» nun vorhanden seien und man eine faktenbasierte Debatte wolle. «Die Analyse soll unter anderem untersuchen, welche neuen Vorschriften und Kompetenzen erforderlich sind, um Nuklearanlagen des Typs SMR in Dänemark errichten zu können», schrieb das Ministerium. Die eigentliche Analyse laufe bereits und soll im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
«Grüne Energie aus Sonne und Wind ist heute und wird auch in Zukunft das Rückgrat der dänischen Energieversorgung sein, aber wir sehen auch, dass sie alleine nicht ausreicht», sagte der dänische Minister für Klima, Energie und Versorgung, Lars Aagaard. «Deshalb müssen wir offen dafür sein, ob andere Technologien uns in Zukunft mit grüner Energie versorgen können», erklärte er und ergänzte: «Hier können kleine, modulare Kernreaktoren eine Option sein.» Gleichzeitig betonte das Ministerium, dass konventionelle Kernkraftwerke für Dänemark nicht als relevant angesehen werden.
Das Ministerium erklärte, die Regierung wolle vor einer politischen Entscheidung über die Nutzung von Kernenergie in Dänemark weitere Informationen zu Regulierungsprozessen, Sicherheitsfragen, Umgang mit radioaktiven Abfällen, Kompetenzen und Kosten einholen.
Quelle
B.G. nach dänischem Ministerium für Klima, Energie und Versorgung, Medienmitteilung vom 22. Januar 2026, sowie NucNet, News vom 23. Januar 2026