Deutschland beteiligt sich an europäischem Innovationsprojekt zur Förderung der Kernfusion
Deutschland beteiligt sich an einem europäischen Innovationsprojekt für fortschrittliche Nukleartechnologien zur Förderung der Kernfusion als «Schlüsseltechnologie» Europas. Die Bundesregierung will rund EUR 2,4 Mrd. in deren Entwicklung investieren.

Die deutsche Bundesregierung will an einem sogenannten «Important Project of Common European Interest» (IPCEI) zur Förderung der Kernfusion teilnehmen und so dazu beitragen, sie als strategisch wichtige Schlüsseltechnologie in Europa voranzubringen. «Es ist ein klares Ziel der Bundesregierung, dass Deutschland Standort des weltweit ersten Fusionskraftwerks wird», sagte Forschungsministerin Dorothee Bär. Zudem kündigte die Bundesregierung die Einführung von Roadmaps für zentrale Zukunftstechnologien im Rahmen der deutschen Hightech-Agenda an. Diese umfasst die Entwicklung von sechs Technologiefeldern: künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusionsforschung sowie klimaneutrale Energie und Mobilität.
«Mit unserer deutschen Hightech-Agenda und dem Fusionsaktionsplan stellen wir die Weichen für den Aufbau eines Fusionsökosystems, das notwendig ist, um Fusion als Energiequelle nutzbar zu machen», erklärte Bär. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ergänzte: «Fusion ist kein Thema ferner Zukunft, sondern eine strategische Aufgabe. Mit der Beteiligung am IPCEI bringen wir Forschung, Start-ups und Industrie zusammen – von der Idee bis zur ersten Anwendung.» IPCEIs kombinieren private und öffentliche Investitionen mit dem Ziel, europäische Ökosysteme für Schlüsseltechnologien aufzubauen.
Ambitioniertes Ziel: weltweit erstes Fusionskraftwerk
Im Rahmen der Hightech-Agenda strebt Deutschland an, das weltweit erste Fusionskraftwerk ans Stromnetz anzuschliessen. Dafür soll bis 2040 ein umfassendes Ökosystem aus Industrie, Start-ups und Wissenschaft aufgebaut werden. Bereits Anfang Mai 2026 gründete das deutsche Kernfusionsunternehmen Proxima Fusion einen industriellen Entwicklungsbeirat, der Industrie- und Energieunternehmen zusammenbringt, um den Übergang von der Fusionsforschung zur industriellen Anwendung zu beschleunigen.
Proxima entwickelt Fusionskraftwerke auf Basis des Stellarator-Konzepts. Die Demonstrationsanlage «Alpha» soll Anfang der 2030er-Jahre erstmals einen Nettoenergiegewinn erreichen. Danach soll mit «Stellaris» in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre das erste kommerzielle Fusionskraftwerk folgen.
Quelle
M.R. nach NucNet, 26. Mai 2026
Verwandte Artikel
Schwedische Nuklearfirmen bündeln Kräfte für nordischen Fusionsreaktor
23. März 2026•NewsDeutschland: Allianz zur Fusionsforschung wird erweitert
3. Feb. 2026•NewsSchweiz wieder an der europäischen Fusionsforschung beteiligt
22. Jan. 2026•NewsDeutschland beschliesst Aktionsplan für das weltweit erste Fusionskraftwerk
6. Okt. 2025•NewsFusion Europe gegründet
9. Juli 2025•News